Kino: Was lange währt – „Der seltsame Fall des Benjamin Button“

Die Hoffnung, dass von David Fincher noch mal ein Meisterwerk in der Güteklasse von „Sieben“ oder „Fight Club“ kommt hatte ich nach den durchwachsenen letzten zwei Filmen (Zodiac & Panic Room) erst mal ins Regal gestellt. Aber das „Benjamin Button“ gute Unterhaltung bieten würde, dass hab ich doch gehofft. Immerhin ist die Besetzung cool und die Story interessant: Ein Typ kommt als Greis auf die Welt und stirbt als Kind. Ausserdem mag ichs, wenn Filme über mehrere Jahrzehnte gehen und man so sieht wie Klamotten, Sets und Leute sich im Lauf der Zeit verändern.

Aber dass es sich so ziehen würde hätte ich nicht gedacht: „Benjamin Button“ erzählt die 80 Jahre seines Lebens in gefühlter Echtzeit.  Statt einer durchgehenden Story gibt es einzelne Episoden, die mal mehr, mal weniger interessant sind. Am wenigsten interessant ist die überflüssige Rahmenhandlung mit Enkelin und Omma in der Klinik, welche den Film immer wieder unterbricht und den Zuschauer aus der Stimmung rausholt. Schrecklich ist auch eine Möchtegern-Amelie-Episode in Paris bei der noch mehr geplappert wird als sonst. Der Film nervt nämlich mit einem penetranten Dauererzähler im Off.

Aber es gibt auch coole Momente: Der Anfang mit dem „alten Bub“ im Altersheim, das Ende wo er wieder klein wird oder der Kurzauftritt von Tilda Swinton. Und weil der Drehbuchautor der Forrest Gump ist gibt es auch einen Shrimp-Kutter – oder sowas – der natürlich auch mit nix was sonst vorkommt irgendwas zu tun hat. Die Chance (ähnlich wie in Gump) das 20. Jahrhundert nachzuerzählen verschenkt „Buttons“, weil er sich stets an Nebenschauplätzen rumtreibt und auch der Charakter Benjamins ist nicht besonders interessant: Es spült ihn halt so von hier nach da. dass er dabei jünger wird spielt dabei meist keine Rolle.

Insgesamt ein recht unausgegorenes Sammelsurium rund um das Thema Sterben (nicht Leben wie man erwarten dürfte), das man bis auf die Makue-Up-Künste schnell wieder vergessen haben wird.

WERTUNG: 4

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Ein Gedanke zu “Kino: Was lange währt – „Der seltsame Fall des Benjamin Button“

  1. Was erzählt der Film eigentlich? Geht es um Katastrophen WWI und Flut in New Orleans, geht es um Schicksal – wird angesprochen aber irgendwie nie konkret – oder geht es um Beziehunglosigkeit. Letzteres würde Sinn machen, wenn man den Button teil alleine nimmt. Mensch altert Rückwärts drum tut er sich schwer Beziehungen zu pflegen (dann wär auch das Episodische sinnvoll und nicht Zufall). Katastrophen Weltkrieg und Verlust eines geliebten Menschen ist irgendwie nicht vergleichbar oder doch…
    Schicksal oder Vorherbestimmung will die ‚Amelie Episode was dazu sagen, wenn ja hab ichs nicht verstanden. Das Schicksal seiner Figuren scheint den Film auch nicht wirklich soo zu interessieren…
    Irgendwie wäre weniger hier mehr gewesen…

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