Kino: „Im Schatten des Mondes“

«Schneller und höher fliegen als alle anderen – in Raketen, die lauter sind als alle anderen!» So einfach war die Motivation der meisten jungen Testpiloten, die sich Ende der 60er Jahre freiwillig für das «Apollo»-Programm meldeten. Kurz zuvor hatte Präsident Kennedy das ehrgeizige Ziel ausgerufen, dass die Amerikaner in den nächsten zehn Jahren den Mond betreten würden – und zwar vor den Russen.

«Im Schatten des Mondes» gibt einen sehr persönlichen Einblick in dieses Weltraumrennen. Dokumentarfilmer David Sington verwendete nur Original-Bildmaterial und führte ausführliche Interviews mit vielen noch lebenden Mitgliedern des Apollo-Programms. Andere, wie Neil Armstrong, kommen in Archiv-Aufnahmen zu Wort. Wenn er vor dem Start vom «Heavenly Body», dem Himmelskörper Mond spricht, ahnt man, dass hinter der Abenteuerlust der großen, kleinen Jungs noch viel mehr steckt.

«Armstrong war der Beste, um der Erste zu sein», meint auch Alan Bean (der vierte Mann auf dem Mond). «So etwas wie ,Ein kleiner Schritt für einen Menschen…‘ konnte nur ihm einfallen. Ich hätte wahrscheinlich nur gesagt: Juhu! Ich bin da!» Ähnlich pragmatisch ging Mondmann Nummer zwei, Edwin «Buzz» Aldrin, vor: «Die Vorschrift war, dass man sich zehn Sekunden an der Landefähre festhalten sollte, bevor man losging. Was soll man da machen? Ich hab’ die Zeit genutzt, um meinen Urin-Beutel zu füllen. Dann bin ich später davon nicht abgelenkt.»

Während die Astronauten tun, was getan werden muss, und feststellen, dass sie unten nie geübt haben, eine Fahne in der Schwerelosigkeit aufzustellen, wandert auf der Erde eine vorher aufgezeichnete Notfall-Botschaft zurück in die Schublade, in der Präsident Nixon tief bewegt seine Trauer über den heldenhaften Tod der Astronauten ausspricht. «Typischer Kram wie ihn Werbeleute schreiben», meint Apollo 11-Pilot Michael Collins heute.

Längst sind aus den draufgängerischen Jungs gereifte Senioren geworden, die alle dasselbe von ihrer Mondfahrt mitgebracht haben: Ehrfurcht. «Wenn du einmal mit deinem Daumen die Erde zugehalten hast, dann merkst du unweigerlich, wie zerbrechlich und kostbar dieser Planet ist.» Oder wie Collins es ausdrückt: «Seit ich dort oben war, schimpfe ich nie mehr über das schlechte Wetter, sondern bin froh, dass wir überhaupt eines haben!» Eine sehenswerte Dokumentation nicht nur für Weltraum-Fans mit vielen faszinierenden Original-Aufnahmen aus dem All.

WERTUNG: 2

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Ein Kommentar zu „Kino: „Im Schatten des Mondes“

  1. Der Spruch mit dem kleinen Schritt für den Menschen, ein großer
    Schritt für die Menschheit, war weder spontan, noch von Armstrong selber,
    sondern war eingeübt und stammte von Norman Mailer. Propaganda halt.
    Aber wen wundert das noch?

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