Marcel ärgert sich

„Wer gut und schlecht unterscheiden kann bekommt Schwierigkeiten“
-Frank Zappa.

Dass die intellektuelle Qualität des Fernsehprogrammes nicht immer so dolle ist, das mag keine bahnbrechende Erkenntnis sein – trotzdem ist es immer mal wieder schön, wenn einer dieser Tatsache nicht nur im stillen Kämmerchen gedenkt, sondern sie den TV-Gewaltigen auch noch öffentlich vor den Latz knallt.

Mit dem Recht des 88-jährigen trifft da einer die etwas altmodische Unterscheidung zwischen „E“ und „U“, Bohlen und Brecht, Kunst und Pfuideifi. Ich find’s cool, auch wenn meine Glotze schon lange auf dem Speicher rumstaubt – oder gerade deswegen? Ich bin so herrlich unbetroffen. Einmal ausnahmsweise nicht beim Prekariat!

Ein anspruchsvolles TV-Programm… hm… gab es das jemals? War es das damals, als noch Damen ohne Unterleib Sendungen mit herrischem Kommentar ansagten? Als Fernsehen noch Staatssache war, Staatsmeinung vertrat? Nee, also irgendwie wein ich solchem Oldschool-Fernsehen keine Träne nach (höchstens den ‚Western von Gestern). Ich denke damals waren Hellas Torten und Hugos Früchten genau das, was das Deutsche TV brauchte.

Was braucht es heute?

Gibt es irgendwas, was mich dazu bringen könnte, die Glotze wieder in die Wohnung zu stellen? Überleg: Ich brauch keine Historienschinken über Gustlov, Mauer, Flut und Nibelungen, keine „Sofie Braut Wieder Willen“, „DSDS“, „GZSZ“ oder „Gülcans Traumhochzeit“, auch keine Spielfilme mit Werbeunterbrechung, kein casual watching – und ehrlich gesagt auch kein „Literarisches Quartett“.

Was ich gut finde ist Sponge Bob. „Genial Daneben“. Arte natürlich.Aber das reicht nicht.

Allein schon das Grundkonzept, zu WARTEN BIS EINE SENDUNG BEGINNT ist mir viel zu archaisch. Dann lieber DVDs und youtube-Häppchen, wann ich Zeit und Bock hab.

Also komme ich zu dem Schluss: Schafft das Fernsehen ab.

Vielleicht kriegt dann die Zeitung wieder mehr Leser.

Naja, glaub ich ja selber nicht. Da schau ich dann lieber noch dieses Häppchen, welches eigentlich die positive Seite dieses Abends zeigt – „Dass ein unterhaltsamer Mensch auch ein geistvoller Mensch sein kann“. Ich glaub Gottschalk meint das ehrlich.

Und vielleicht gilt ja was für die Menschen gilt auch für ihre Schöpfungen?

In die Ferne sehen.

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