Kino: Mahle Mühle Mahle – „KRABAT“

Ich muss ja zugeben, dass ich das Buch Krabat von Preußler nie gelesen hab – deswegen konnte ich auch sehr unvoreigenommen in den Film von Marco Kreuzpaintner gehen:

Die Geschichte spielt im 30-jährigen Krieg: Ein bettelarmer Waisenjunge wird von geheimnisvollen Stimmen in eine dunkle Mühle im Koselbruch gerufen, wo ihm der Müller anbietet, dass er als Geselle bleiben kann. Und nicht nur das Müllerhandwerk lernen, sondern auch…. die Schwarze Magie!

Zuerst ist Krabat begeistert: Stark sein, sich unentdeckt bewegen, ja sogar fliegen können – wer möchte das nicht? Doch der Pakt mit dem Bösen hat seinen Preis: Denn letztlich dienen die Menschen in der Mühle nur dem Tod und die Liebe ist verboten, denn, so finden die Müllerburschen später heraus – nur sie kann den Zauber brechen.

Die Geschichte (an der Preußler 10 Jahre schrieb und sie als die wichtigste seines Lebens bezeichnet) ist sehr tiefgründig: Neben den deutlichen Anspielungen auf die Nazis (Versprechen von Macht) und den entmentschlichten Produktionszyklus (wörtliches ‚zu Tode arbeiten‘) finden sich auch viele persönliche Anknüpfunkspunkte, die das Buch zu einem Weltbestseller machten.

Kreuzpaintner übersetzt dass in eine total heutige Bildersprache – irgendwo zwischen LOTR und POTTR. Aber unter dem Zuckerguss der Effekte merkt man deutlich, dass hier ein Film mit Herz und Verstand gemacht wurde, der dem Original viel Respekt zollt. Gesungen wird zum Beispiel auf Sorbisch (der Sprache der ursprünglichen Volkssage) und gedreht in einer Mühle, gebaut nach den Vorgaben der damaligen Zeit: „Für ein junges Publikum, das mit digitalen Effekten aufgewachsen ist“, meint Kreuzpaintner „sind Computertricks nichts besonderes – aber das echte schon! Nach Rumänien fahren – in einer Mühle drehen…“

Das war nicht selbstverständlich, wie das Team im Cinecitta erzählt: Über die Jahre gab es verschiedene Drehbuchentwürfe: Einen amerikanischen in dem statt Kindern Roboter in der Mühle waren, damit niemand stirbt (der jetzige Krabat-Film ist laut Kreuzpaintner in den USA ‚unverkäuflich weil zu düster‘) oder eine „realistische“ Fassung von H.C. Schmid ohne Raben und Magie, die als nicht werkgetreu verworfen wurde.

Schließlich kam es zu dieser sehr stimmungsvollen Produktion, die mir zwar in der Präsentation oft etwas zu glatt war, zu uneigen in der Bildersprache, aber doch so nah am Original, dass Preußler selbst dem Film das höchste Lob erteilte: „Ich erkenne meinen Krabat wieder. Eine fantastische Leistung“. So sei es.

WERTUNG: 2

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s