In Memorian: Hansi Würth

…ach ja und der Hansi Würth is g’schdorm.“
Das bekommt man so beim Nachmittagskaffee serviert. In der Zeitung hatte ich die Meldung überlesen, was auch an der etwas lieblosen Überschrift „Eine Stimme für fränkische Belange“ gelegen haben kann. Wer liest schon sowas?

Obwohls natürlich stimmt: Franken klingt nach Hansi Würth.
Obwohl am Bodensee geboren schien er alles positive eines old-school-Franken zu verkörpern: Liebe zur Landschaft, zur Volksmusik, zur Brodworscht und zum Bier und natürlich zum ruhmreichen Glubb, wo er fast wöchentlich mit seinem Spezi Klaus Schamberger hinpilgerte.

Der wird es ihm verzeihen, wenn man Würth heimlich den „besseren Schamberger“ nannte, weil er die Texte des AZ-Kollegen mit noch mehr Schmackes als das Original selbst vortrug.

Hansi Würth
Die Stimme Frankens sagt jetzt nix mehr: Hansi Würth

In meiner kurzen Zeit beim BR hab ich mir viel von ihm abzuschauen versucht. Weniger von der Spreche her – da ich mehr auf Dialektflucht als auf sprachlicher Heimreise bin – aber von seiner Art „Chef“ zu sein. Ruhig, unaufgeregt, väterlich. Einer der nix beweisen muss. Und das ist gerade im Radio-Business leider nicht alltäglich. Wieder könnte man sagen: True Fränkisch, im besten Sinne.

„Zum Dogder isser nie ganga – erschd als er mussde“. Da war es dann schon zu spät. Krebs. Und das mit nur 63 Jahren. Ja glaabst des?

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