Kino: „Happy-go-lucky“

Ein cooler Anfang:  Poppy reitet auf ihrem Fahrrad durch London, in einem kleinen Split-Screen-Bild um Platz für die Titel zu lassen. Doch schon bald scheint die Leinwand zu merken, dass diese Größe für die Lebensfreude der Heldin nicht ausreicht und spreizt sich erst zum Fernseh-, schließlich sogar bis zum Cinemascope-Format. Jetzt kanns losgehen!

Mike Leigh, eher bekannt für düstere Sozialdramen, wollte mal eine richtige Komödie machen um dem „modischen Pessimismus“ ein Gegenbild in Form von Poppy entgegenzusetzen. Sie ist Grundschullehrerin, lebt seit 10 Jahren in einer WG mit ihrer besten Freundin und ihre Hobbies sind Trampolin-Springen und die Welt schöner machen.

Poppy beim Trampolinspringen
Poppy beim Trampolinspringen

Zur ultimativen Konfrontation kommt es, als sie ihren Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan) trifft: Einen verklemten, paranoiden, rassistischen Pessimisten, der gerne Taxi Driver wäre. Die Fahrstunden bilden auch den roten Faden des Films, der glücklicherweise auf Plot pfeift und seine Zeit lieber auf die Charaktere verwendet.

So entstand ein toller Film, dessen Personen ein „echtes“ Leben zu führen scheinen, das auch vor und nach dem Film weiterging – vor dem Dreh standen 6 Monate Improvisation und Arbeit an den Biographien der einzelnen Charatere, die folglich auch keine Ploterfüllungsmaschinen sind, sondern glaubhafte Personen. Dadurch wirken alle Darsteller sehr entspannt und natürlich, während die Inszenierung und die Kameraarbeit eine unauffällige Kunstfertigkeit aufweisen.

Dass das ganze ein 120-minuten-Epos ist merkt man nur durch die Info im Programmheft – die Zeit vergeht wie im Flug. Und die Gags folgen oft im Schnellfeuertempo. Mein liebster ist der als Poppy und ihr Fahrlehrer aussteigen um Plätze zu tauschen. Als sie vor dem Auto aneinander vorbeigehen sagt sie: „So schnell sieht man sich wieder!“.

Da lässt man sich gern begeistern.

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