DVD: Razzle Dazzle – „Die Geisha“

Puh, in letzter Zeit komm ich gar nicht mehr dazu, hier auch noch kurz etwas über die Filme zu notieren, die ich gesehen habe (Jet Lis Fearless (2) und ‚Der andere Junge (3) vom Türkeifestival). Denoch ein paar kurze Gedanken zu

„Die Geisha“ von Rob Marshall.

Als dieser Film 2005 erschien bekam er von allen Seiten Prügel: Die Japaner fandens doof, dass die Hauptdarsteller keine Japaner waren, die Chinesen fandens doof, dass Chinesinnen sich dazu hergaben Japaner zu spielen.

Ich mochte „Chicago“ und da es mir eigentlich egal ist, woher die Leute kommen (Ich liebe radebrechende Amis, die blonde Nazibestien darstellen!) hab ich ihn mir angeschaut. Ein ziemliches Zicken-Melodram, aber mit einigen schönen Momenten. Darunter der, als man erfährt, was eine Geisha eigentlich ist – nämlich ein ‚Lebendes Kunstwerk‘, eine Über-Frau, die ständig an der Perfektion von Tanz, Gespräch und Zeremoniell arbeitet. Zumindest aus westlicher Sicht ist sie so das Gegenstück zum Budo-Kämpfer, der auch ohne große Rücksicht auf eigene Interessen und Gesundheit ein hohes Ideal anstrebt.

Der zweite große Moment ist die Erwähnung eines Gedichts – es heisst „Loss“ (Verlust) und der Autor ritzte es in eine Tempelwand.
Es besteht nur aus drei Worten.
Und die zerkratzte er wieder.
So das niemand mehr das Gedicht lesen kann.
Loss.

Was mir nicht so gefällt ist, dass alle Englisch radebrechen, was nicht nur wegen den glaubhaft aussehenden Alt-Tokio Sets voll daneben wirkt – sondern auch, weil die Handlung die Frauen als eloquente Meisterinnen der Konversation darstellt. Wo doch ‚Last Samurai‘ , ‚Letters from Iwo Jima‘ oder auch der blöde „Passion“ zeigten, dass es in inzwischen auch im Hollywood Kino möglich ist, anderen Völkern ihre Sprachen zu lassen. Natürlich wäre es in dem Fall vielleicht genauso radebrechend geworden, hätte man in japanisch gedreht. Denn immerhin sind die meisten Schauspieler ja nicht von dort. Aber dann wärs mir als uninformierten Europäer wenigstens nicht aufgefallen 😉

Insgesamt der Eindruck, das hier irgendwo ein interessanter Film versteckt ist, der aber dann doch das angedeutete Zeitportrait unter jeder Menge „Razzle-Dazzle“ erstickt. Und auch das war in Chicago besser.

WERTUNG: 3

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