Kino: Entschuldigung, aber sie stehen auf meinem Bioorgon-Akkumulator!

Nach über dreißig Jahren im Kino sollte man ja meinen man hat den schlimmsten Unfug schon gesehen.

Und dann kommt „Die Prophezeiung von Celestine (Armand Mastroianni, 2006) und macht alles noch schlimmer.

Ein blasser Typ fährt nach Peru um dort erzählt zu bekommen, dass er sich öffnen muss und mit dem Herzen sehen und seine Energie fliessen lassen. Das böse Militär kommt und schiesst drauf. Aber am Ende öffnen sich die Himmel und ein goldenes Licht…… JA KÖNNEN DIESE VERDAMMTEN HIMMEL NICHT EINMAL ZUBLEIBEN!!! Ich kanns nicht mehr sehen!

Vor allem nicht wenn die Ästhetik dieses grottenüblen Esoterik-Kitsches irgendwo zwischen „Emanuelle“-Exotik und 80er Fototapete klebt. Selbst wenn es Energieströme zwischen Leuten gibt (warum auch ned, nur zu) hilft es doch nicht sie aussehen zu lassen wie ein Airbrush-Gemälde.

Vielleicht weil der Film doof ist, präsentieren die Verleiher ihn als Teil einer spirituellen Gesamterfahrung – doch weder die vorangehende Selbstoffenbarung eines Verleihers („Dieses Buch hat mein Leben verändert“) noch die anschliessende Meditation (bei der lustigerweise mehrfach das Mikro ausfällt), oder die ‚Diskussion‘ helfen da: Es ist eben nicht alles eins und wer Plato, keltische Mystik, Schamanismus, Christentum, C.G.Jung, Mickey Mouse und die Hochzeit von Kanaan derart scham- und humorlos vermischt tut allen seinen Quellen unrecht.
Und dass während dem Film – im Kino – schon die Werbung für die Website mit der DVD eingeblendet wird – das hab ich auch noch nicht erlebt.
Könnte bitte mal jemand die Händler aus dem Tempel treiben?

Aber hey – das Kino ist voll und die Mehrzahl der Anwesenden scheint aus dem gebotenen wohl irgendwas für ihr Leben mitzunehmen. Es sei ihnen gegönnt. Aber für mich – der ich ja durchaus auch ziemlich lost bin – hoffe ich, dass ich nie so verloren sein werde, dass ich jemals so schlechte Filme brauche, um mir den Weg zu zeigen.

WERTUNG 5 (weil ich Kretschmann sympathisch finde und hoffe, dass er nicht so endet wie Jürgen Prochnov, der hier auch mitspielt). Die Zeitungsgeschichte ist hier

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mein erhebendes Erweckungserlebnis des Tages schon im Foyer verbraucht habe – und zwar beim Anblick dieses Posters:

elizabeth-the-golden-age-poster-0jpg.jpeg

Cate Blanchett in Plattenrüstung?
In der Fortsetzung eines der geilsten Historienfilme aller Zeiten?

Ja, da fliesst die Energie!

This is my church, this is where i heal my hurts

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