DVD: Rückkehr nach Iwo Jima

Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima von Clint Eastwood, 2005

Viel braucht man glaub ich nicht mehr sagen über diese Kriegsfilm-Doppelpackung von Clint Eastwood. Wer’s noch nicht gesehen hat sollte beide ohnehin gucken. Ich nutze die DVD-Veröffentlichung (schicke Tin-Box, eine Extra-CD für ‚Flags‘, ein kurzes making-of für ‚letters‘) um beide hintereinander zu schauen – auch wenn meine Wand sich bei aller Größe doch als etwas zu klein erweist für die großen Schlachtenpanoramen und die Explosionen im Kopfhörer nach vier Stunden doch etwas auf die Ohren drücken. Aber das ist halt der Unterschied von Kino und provisorischem Home Cinema.

Beim gucken als ein großer Film fallen ein paar Szenen auf, wo die beiden Filme quasi miteinander sprechen – etwa in den Szenen wo die Soldaten jeweilige Radiobotschaften hören – der Gesamteindruck bleibt aber der gleiche: Wo ‚Flags‘ sich dreht und zu verstehen versucht was Heldentum sein kann ist ‚Letters‘ immer ganz im Moment, Ratio und Emotion. Gemeinsam haben beide Filme den Look und die irgendwie sanfte, entspannte Art, die alle Eastwood-Werke auszeichnet.

Wie er das macht zeigen die beiligenden Dokus ein bischen: Seine Regiearbeit ist leise und bedächtig – aber auch pragmatisch und effektiv. Er glaubt an die Magie des ersten Takes und macht selten mehr als drei Aufnahmen für eine Szene, weil „Zuviel Nachdenken macht die Überraschung kaputt“.
„Er inszeniert wie ein Jazz Musiker spielt“, meint einer der Mitarbeiter und wenn man den Score (auch aus dem Hause Eastwood) hört merkt man auch, dass Eastwoods Musik so weit weg vom üblichen Hans-Zimmer-Kriegsfilm-Bombast ist, wie seine Filme vom hurrapatriotischen Heldenkram. Und dass er mit Letters wirklich eine Grenze überschritten hat indem er die Amis den ganzen Film lang als die ‚Bösen‘ zeigt (ohne bei solch simplen dualismus stehen zu bleiben) ist wohl beispiellos in der Filmgeschichte.

Lange Rede kurzer Sinn – einfach selber gucken, vor allem ‚Letters‘, der gegenüber ‚Flags‘ einfach einen Tick eleganter erzählt und wesentlich emotionaler ist.

WERTUNG: Flags 1 / Letters A

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