DVD: Another Bird In The Wall: „KES“

„Kes“ von Ken Loach, 1969

Da heute Ken Loach als Schirmherr des Menschenrechtsfilmfestivals in der Stadt ist muss ich schnell noch mal den einen Film von ihm gucken, der schon länger hier rumliegt.

„Kes“ handelt von dem Buben Billy Casper (David Bradley) der in einer englischen Kohlebaustadt aufwächst. Obwohl es sein letztes Jahr in der Schule ist, weis er nicht, was er nachher machen will – auf jedenfall nicht „in die Grube“ wie sein verhasster Bruder.

Eine neue Welt tut sich ihm auf, als er den Falken Kes findet und trainiert. Er verbringt mehr Zeit und Gedanken mit dem Vogel auf dem Feld als mit allem anderen. Mit den zu erwartenden Folgen.

Eine agile Kamera und ein dokumentarischer Stil zeichnen dieses frühe Loach-Werk aus. Viel Zeit verbringen wir in der Schule, die vermutlich sehr realistisch wiedergegeben ist und (bis auf eine Ausnahme) kein Ort netter Pädagogen ist, sondern genau jene Schule, aus deren Geist „Clockwork Orange“, „The Wall“ oder die Schulszenen der Phythons entstanden.

Trotzdem ist der Film nicht düster (kein „Angelas Ashes“) und trotz der Episodenhaftigkeit nicht ziellos (viel besser als in „100 Coups“). Humor, Realismus und Natur-Poetik (ausgedrückt durch ein sanftes Flötenthema und die Falkenszenen) halten sich gut die Wage.

Damals vermutlich recht aktuelle Beschreibung der Lage, heute ein detailgenaues historisches Portrait.

WERTUNG: 1

P.S.: Tja, leider wurde the man dann krank und ist am Flughafen Frankfurt umgekehrt 😦  Also kein Pressegespräch mit Loach und keine signierte Kes-DVD. Aber immerhin hab ich den Film jetzt mal geguckt.

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