Kino: „Paper cannot wrap up embers“

Menschenrechtsfilmfestival #3:

„Le papier ne peut pas envelopper la braise“ von Rithy Panh, 2006

Sie sind jung, hübsch, tragen knallbunte Kleider und leben in einem leeren, heruntergekommenen Hochhaus: Die Prostituierten von Kambodscha. Im Gegensatz zum letzten Dokufilm ist dieser wieder ganz nah bei den echten Menschen.

Die Mädchen leben in einer Art WG, eine „Madame“ sucht die Freier aus und kassiert die Hälfte des Geldes, Jungs auf Motorrollern bringen die Mädels in die Stadt. Viele haben ein Kind, einige AIDS („von den UNO-Schutztruppen“), die meisten haben etwa zwei Abtreibungen pro Jahr, bis es der Körper nicht mehr aushält, die Schmerzen unerträglich werden. Zur Ablenkung rauchen sie die Droge Ma mit Strohhalmen aus alten Gläsern.

Und immer der Kontrast zu diesen edlen, feinen Gesichtern! Ich kann durchaus verstehen, warum Männer dafür zahlen, mit diesen Frauen zu schlafen. Ich kann nicht verstehen, warum so viele davon sie schlagen.

Davon erzählen sie, in ihrer sanft-perlenden Sprache, mit Sätzen voller Poesie: „Money made man worthless“ oder „Was ich am meisten bereue? Nicht als Tochter reicher Eltern geboren zu sein.“

Irgendwann kommt die Mutter vorbei und fragt, warum die Mädchen sich beklagen: Früher, unter den Roten Khmer, sei doch alles noch viel schlimmer gewesen.

Formal ist das Standart: Es gibt Talking Heads und viele Gespräche wirken durch Schuss/Gegenschuss-Aufnahmen gestellt. Aber inhaltlich kommt der rage, die hilflose Wut des Filmemachers Rithy Panh durchaus beim Zuschauer an.

Nur wohin damit?

WERTUNG: 2

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