DVD – Brazil reborn: „Children of Men“

So, bevors morgen den nächsten deprimierenden Dokumentarfilm gibt brauch ich doch mal eine Dosis Science Fiction. Zwar auch düster, aber wenigstens garantiert nicht echt.

Und zwar: CHILDREN OF MEN von Alfonso Cuarón, 2006

„Unterschätzt“ war das Wort, was in beinahe jeder Kritik zu diesem Film zu lesen war (der Rest mochte ihn einfach nicht) und das dieses Ding eigentlich ein paar Oskars verdient hätte. Also – mal gucken!

Der Anfang ist schon mal sehr genial: Die Company Logos kommen in vollkommener Stille auf die Leinwand. Dann ein kurzer Prolog der uns in die Welt einführt: England 2027. Gerade ist der jüngste Erdenbürger getötet worden. Er war 18. Alle Menschen sind unfruchtbar. Noch bevor unser Held Theo (Clive Owen) darüber nachdenken kann explodiert etwas. Titel. Ned schlecht.

Da die Leute durch die Unfruchtbarkeit noch irrer geworden sind als sonst herrschen überall Straßenkämpfe. England wehrt sich, indem es alle Ausländer einsperrt (toller Plan, fascist pigs.) Natürlich gibt es einen Untergrund – „The Uprising“ und angeblich auch ein Resort von Humanisten, genannt „Human Project“. Unser Held gerät zwischen alle Fronten als er für seine alte Liebe (Julianne Moore) eine Frau ausser Landes bringen soll – eine schwangere Frau.

Mehr sei hier nicht verraten, jedenfalls schafft „Children of Men“ es mit vielen Details eine Zukunftsvision irgendwo zwischen Soylent Green und Brazil zu entwerfen, die aber dennoch sehr, sehr eigenständig ist. Bis auf ein kurzes, langweiliges Intermezzo auf einer Farm mit labernden Revolluzzern gibt es eigentlich nur starke Szenen.

Der besondere Clou dabei: An all den Stellen, wo schlechtere Filme in Schnittorgien ausarten würden (Action oder dramatische Charaktermomente) fällt dieser Film in unglaublich laange Takes – aber ich war zu beschäftigt mit der Story und der Welt um wirklich drauf zu achten. Muss ich glatt noch mal separat für Technik angucken. Dass das funktioniert, ohne zum Technikspektakel zu werden ist schon erstaunlich.

Allein dafür plus das originelle Setting, das tolle Design und die großen Momente (wann hat man zuletzt King Crimson in einem Hollywood-Film gehört?) hätte „Children of Men“ eigentlich ein fuckin‘ A als Wertung verdient.

Aber, hey: Dann wäre er ja nicht mehr unterschätzt, gell?

Also:
WERTUNG: 1
Hehe.

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Ein Kommentar zu „DVD – Brazil reborn: „Children of Men“

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