Kino: Von Cyborgs, Detektiven, Kriegern und Idioten

Soderla, nachdem es heute die volle Ladung war gibt’s hier eine kurze Gesamtschau der Filme des Tages:

Fantasy Filmfest #7-10

„The living and the dead“, Simon Rumley (2006)

In einem alten, englischen Herrenhaus bringen sich ein prüder Vater, ein debiler Sohn und eine bettlägrige Mutter gegenseitig um Leben und Verstand.
Vielleicht bin ich nur ein ignoranter Klotz (ja, ganz sicher sogar…) aber aus meiner Sicht ist das ein typischer Filmhochschul/Theaterwissenschaftsfilm, der den Zuschauer lieber quält statt unterhält: Alle Personen sind unsympathisch, die Handlung redundant, der Score nervig. Alles ist zu lang: 3 Sekunden leeres Treppenhaus, jemand läuft 7 Sekunden lang durch, wieder 3 Sekunden leeres Treppenhaus. Und weils so schön war, das gleiche noch mal aus einer anderen Perspektive.
WERTUNG: 5 für Verschwendete Zeit.
In der Hoffnung auf ein entspannendes, hirnloses Spektakel mit geilen Schwertkampfszenen geht’s dann in

„Wolfhound“ von Nikolai Lebedev (2006)

Scheinbar ein russisches Conan-Remake.
Leider trifft von den Erwartungen nur das Hirnlos zu. Statt guter Kampfszenen gibt’s nur schnelle Schnitte und die Story ist eine Folge langweiliger Klischees (Es beginnt mit einem friedlichen Wikingerdorf. Was passiert wohl als nächstes? Richtig: Die Bösen Männer mit den Metal-Mähnen zerstören es und nur ein kleiner Junge überlebt. Der schwört Skeletor, Thulsa Doom oder wie immer der Oberschurke hier heisst zu vernichten.) Gähn. Wissen die Russen nicht dass die 80er vorbei sind? Oder liegt das einfach an der „tiefen Seele“ Madonnenerscheinungen und sich öffnende rosa Himmel so ironiefrei zu präsentieren?
Aber wahrscheinlich hockt auch hier – wie bei Earthsea – irgendwo eine traurige Fantasy-Autorin rum und zürnt, weil ihr tiefgefühltes 13-bändiges Epos zur stupiden Popcornmaschine umfunktioniert wurde.
WERTUNG 5
Jetzt brauchen wir dringend einen guten Film zum runterspülen und siehe da! Bei

„Film Noir“ von Jud Jones und Risto Topaloski (2007)

öffnen sich tatsächlich die Himmel und ein Licht erscheint – schwarzweis, düster und gezeichnet: Ein Mann erwacht hinter dem Hollywood-Schild, ohne Erinnerung aber mit einer Pistole in der Hand und einem toten Polizisten neben ihm. Als er sich in der dunklen Stadt (hat jemand die klugscheisserischen Anspielungen vermisst?) auf die Suche nach seiner Identität macht, muss er feststellen, dass scheinbar jeder ihn tot wünscht. Wer immer er ist – er wird von allen gehasst!

Spannend, stylisch und mit tollem Jazzscore reisst „Film Noir“ über die ganze Länge mit. Einzig die Action-Szenen hätten sich für meinen Geschmack etwas besser austarieren können: Wenn man gleich mit einer MG-Attacke aus dem Hubschrauber beginnt, ist nicht mehr viel Platz zum steigern. Trotzdem locker der geilste Film des Tages.

WERTUNG 1

Und da nach drei Filmen eh schon alles wurscht ist kommt nun noch die Wild Card des Tages zum Einsatz:

„I’m a Cyborg, but that’s O.K.“ vom begabten Chan-wook Park, 2006

Ein Mädchen denkt, dass es ein Cyborg ist, was gar nicht verwunderlich ist. Erstens hört sie Botschaften aus dem Radio, zweitens war ihre Oma schon eine Maus. Trotzdem kommt sie ins Irrenhaus, wo es einen jungen gibt, der Gefühle stehlen kann oder ein Mädchen, dass gerne Jodel-Volksmusik singt. Viele Ideen, viel überkandibeltes, aber auch viele Wiederholungen und etwas Leerlauf. Nett, aber lange nicht genial.

WERTUNG 3

Und damit gute Nacht, Cyborgs.

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