Kino: Soylent Europolis? „La Antena“

Fantasy Filmfest #4

„La Antena“ von Esteban Sapir, 2007

In der Stadt ohne Stimme leben die Menschen nur vom Fernsehen. Kommunikation funktioniert über Lippenlesen. Nur eine Person gibt es, die noch eine Stimme hat: „La Voz“ – eine seltsame Frau ohne Gesicht aber mit einem Geheimnis – dass die Gabe der Stimme an ihren Sohn vererbt wurde! Dummerweise ist deshalb der mächtige Mr. TV hinter beiden her…

Stellt euch den dümmsten Hollywood-Action-Blockbuster vor (komplett mit bösen Nazis, einer sich rettenden Familie, riesigen Logik-Lücken, Schauspielern die hinter überkandibelten Effekten zurücktreten und durch Action kaschierter Ideenlosigkeit im Finale) und übersetzt ihn in eine hoch-artifizielle Stummfilmsprache, dann habt ihr „La Antena“.

Zuerst wirkt die Zitatensammlung von Langs „Metropolis“ bis Triers „Europa“ richtig geil in ihrer bewussten Retro-Frische. Die stilisierten Bilder ziehen rein in die geheimnisvolle Welt – – die dann aber mit jeder Minute banaler, monotoner und obendrein noch schwer Botschaft-verdächtig wird: „Die stärkste Waffe des Volkes ist seine Stimme“. Sorry, aber das erzählt uns auch die Werbung der Bildzeitung. In 30 Sekunden.

Schade, wäre das Ding etwas kürzer gewesen, wäre mir vielleicht nicht aufgefallen, welch selbstverliebtes Kunstgewichse da abläuft. Dank der schönen Gestaltung gibt’s immerhin die

WERTUNG: 3

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