DVD: „Richard III.“

and now for something completely different:

Richard III. von Richard Loncraine, 1995

Lang bevor er Gandalf wurde war Ian McKellen ‚Richard III.‘, der sich skrupellos durch die eigene Familie mordete um für ganz kurze Zeit König von England zu sein. Einem England, das in diesem Film aussieht wie Nazi-Germany. (Well, that’s the british definition of evil, i guess).
Der Film war damals eine meiner ersten Kritiken für Radio Z und die Wertung war sowas in der Richtung „Trotz der Effekte: Zu viel Theater, zu wenig Film“. Aber auch beim Wiedersehen auf DVD – endlich in Englisch, wenn auch mit zwangsweisen deutschen Untertiteln – fällt auf, wie sehr hier zwei Formen miteinander ringen: Hier die geschliffenen Dialoge, da die plakativen Effekte, hier liebevolle Details, dort wieder eine Grobheit.

„Richard III.“ ist ein Bastard, ein Stück, das träumt ein Film zu sein. Und das schöne: Er gibt es offen zu. Wie uns Richard augenzwinkernd in seine Ränke einbezieht und seine Feinde einlullt so lockt auch der Film mit einer Scheinwelt, die er selbst nicht glauben will: ‚it’s only a paper moon‘. Das soll gar nicht harmonieren, das darf nebeneinander stehen: Die Riesenschlacht, der trockene Monolog, die gewaltige Kulisse, das Versmaß, der Swing, the rotten and the royal.

Fazit: Macht Lust auf mehr – mehr Shakespeare, mehr Jazz, mehr Explosionen und mehr Panzer. Auf mehr Filme, die einfach mal anders sind. Die nicht langweilen.

Wertung: 1

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