DVD-Double-Feature: Tati vs. McKenzie

Klassiker gegen Quatsch: In der dritten Ausgabe unserer Double-Feature-Reihe mit Kaminfeuer lassen B. und ich heute Jaques Tatis „Schützenfest“ (1949) gegen Peter Jacksons Doku „Forgotten Silver“ (1995) antreten.

Und wie schon beim Duell „Sie küssten und sie schlugen ihn“ (Truffaut) vs. „Bananas“ (Allen) zieht der berühmte Franzose deutlich den kürzeren: Zwar lacht man beim „Schützenfest“ schon ab und zu, wird aber genervt durch penetrante Klangkulisse, schlechte Running Gags, überflüssige Kommentatoren (der Film funktioniert eigentlich als Stummfilm) und komisches – also: seltsames! – Timing. Nix gegen Slapstick mit Fortschrittskritik – aber das haben Chaplin oder die Marx-Bros. mehr als 10 Jahre vorher schon tausendmal geiler gemacht. Geschossen wird übrigens auch nicht richtig, sondern nur in einer Bude auf Dosen – das Schützenfest ist eher ein Jahrmarkt. (Eigentlich auch ein Fall für die Synchro-Lügen-Sektion, im Orginal heißt der Film schlicht „Jour de Fete“ – Festtag).

Umso besser dann Peter Jacksons Dokumentation „Forgotten Silver“über den berühmten Neuseeländischen Filmpionier Collin McKenzie. Leider unbeschreiblich, falls man sie noch nicht kennt. Nur die „Salome“ ist mir – trotz der Kürzung von drei Stunden auf 10 Minuten – immer noch zu lang.

Womit die Wertung feststeht:

Tatis Schützenfest: 4 // Forgotten Silver: 1

Tja, die Franzmänner kriegen noch eine Chance. Uns schwebt so was wie „A bout de souffle“ vs. „Nothing“ vor … oder „Delikatessen“ vs. „Dänische Delikatessen“. Mal sehen!

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