Kino: Blitz & Dämmerung – „Bolt“ und „Twilight“

Überraschung zum ersten:

Vom Teenie-Vampirfilm „Twilight – Biss zum Morgengrauen“ hatte ich mir nichts bis überhaupt gar nichts erwartet. Die Handlung „Mädchen trifft netten (und vegetarischen) Vampir und verliebt sich“ klang penetrant nach Teenie-Soap für die bekanntermaßen cineastisch sehr genügsamen Vampir-Fans.

Aber hallo! Twilight überrascht durch ein absolutes Gespür für Stimmungen und Rhythmus, die stets bewegte Kamera macht die wildromantische Natur im Staate Washington zu einem gleichwertigen Darsteller und das Zeitlupengeschmachte des Liebespaares ist Edelkitsch vom Feinsten – der aber immer durch Ironie und Bodenständigkeit geerdet wird.  Da langweilt es schon fast, dass am Ende drei böse Vampire auftauchen und für einen durchwachsenen Showdown im Spiegelkabinett sorgen, denn die eigentliche Stärke von Twilight liegt in der schlafwandlerisch langsamen Entfaltung seiner witzigen Liebesgeschichte.

Insgesamt ein Film dem man ansieht, dass er mit Sorgfalt, Können und Liebe gemacht wurde. Oder sollte man in diesem Fall sagen: Mit Herzblut? Harhar.

WERTUNG: 2

Die zweite Überraschung der Woche ist dann „Bolt“. Die Geschichte eines TV-Superhundes der erkennen muss, dass er ausserhalb des Fernsehens über keine Superfähigkeiten verfügt, aber natürlich trotzdem ganz arg was wert ist. Gähn, klar. Und dann auch noch animiert und 3D und so.

Aber auch Bolt legt großes Tempo vor und erinnert streckenweise an einen Action-Film für Erwachsene – besonders in der 3D-Version. Auch das Trio aus Hamster, Katze und Hund, das sich im Laufe des FIlms zusammenfindet ist witzig. Nur das mit dem Film-im-Film funktioniert überhaupt nicht. Erwachsene langweilt der vorhersehbare Ablauf von Story und Charakterentwicklung, Kinder werden wohl schlicht nicht verstehen, wie diese beiden „Realitätsebenen“ der Erzählung zu trennen sind. (Bis zur Zeitungskritik muss ich mir noch überlegen wie ich das klarer und kürzer ausdrücke). An dieser Stelle jetzt einfach noch die

WERTUNG: 3

Geburtstag mit Elvis & Mambo – 2 Jahre MuZ-Club

Ist es wirklich schon wieder zwei Jahre her, dass wir Eröffnung des kleinen, aber feinen MuZ-Clubs der Musikzentrale in Gostenhof feierten? Anscheinend, denn an dem Wochenende wurde in der Fürther Straße Jubiläum gefeiert.

Als wir ankommen ist der kleine Laden zwar schon dicht, aber dank Presse finden sich doch noch ein paar  Plätze für uns. Kaum sind wir drinn und mit Getränken versorgt steht auch schon die putzige „Preslisa“ auf der Bühne, die Dias aus Elvis-Filmen auf die gewellte Wand wirft und dessen Songs auf der Ukulele interpretiert.  Eine nette Idee, vor allem weil sie immer auch etwas über den – meist bescheuerten – Inhalt der Filme erzählt.

Nerven tun aber die schon reichlich angetrunkenen Mambo-Kurt-Fans, die den zarten Vortrag durch übles Gegröle stören. Die stehen nämlich – wie sich später rausstellt mehr auf Scooter als auf Balladen… (Zitat vom MuZ-Club-Chef: „Ich wusste nicht was der für Leute zieht…“).

Schließlich kommt der „King of Heimorgel“ selbst auf die Mini-Bühne und macht im Grunde das, was er vorletztes Jahr im Klüpfel auch gemacht hat: Spaß. Von Van Halen über ABBA bis hin zu Slayer reicht sein Repertoire und die Heimorgel macht das alles geduldig und geschmeidig mit (was man von seinen Stimmbändern leider nicht behaupten kann. Er klingt nach wie vor stets wie ein Ibiza-DJ).

Insgesamt ein witziger Abend, auch wenn wir uns die Reggae-Runde des nachfolgenden DJs (gefeiert wird offiziell bis um 4 Uhr) dann wirklich nicht mehr antun müssen.