Kino: Fledermaus in Mordor – „The Dark Knight“

Auf Superheldenfilme ist ja eigentlich geschissen.

Aber für diesen Herrn hier

machen wir natürlich eine Ausnahme und fahren sogar in das Reich des Bösen, die Hauptstadt der Besatzer, nach Mordor, wo die Bayern drohn.

Und ich muss sagen es hat sich rentiert. Der zweite Batman von Nolan & Bale ist eine furiose Achterbahnfahrt, die satte Action geschickt mit nachdenklichen Momenten verbindet. Denn sein Kampf gegen den irren, anarchistischen Joker schickt Selbstjustitzler Batman direkt in die Krise: Was bringt der Kampf gegen das Böse, wenn er nur neues, stärkeres Böses erzeugt? Wieviel Zerstörer muss Batman werden um Beschützer bleiben zu können?

Das ist in allen Belangen weit weg von den handelsüblichen „Held überwindet sein Trauma und findet ein liebevolles HappyEnd“-Geschichten aus Hollywood. Im Gegenteil, die Spirale des Verfalls dreht sich immer schneller um die Helden, wie die rasende Kamera, die viele Szenen in patenhaftes Dunkel taucht. Der realistische Stil des ersten Teils wird dabei nahtlos fortgesetzt und noch einmal düsterer getönt.

Vorwerfen kann man diesem Batman eigentlich nur, dass er unglaublich viele Szenen anreisst und dann zur nächsten eilt. Aus einzelnen Momenten hätte bei längerer Verweildauer sicher noch mehr Style und Substanz gequetscht werden können. Aber dafür ist jede Menge Abwechslung geboten, in diesem erstaunlich vielschichtigen Film, mit dem man zwar einerseits Plastikfigürchen in FastFoodLäden verkaufen kann, der aber andereseits wirklich sehr düster ist und ernsthafte Fragen stellt: Über Anarchie und Ordnung, Held und Monster, die Moral von Recht, Ordnung und Zufall.

Und auch ein Film den den gewohnten Blick immer wieder bricht, quasi mit dem Batpod an den vierten Wand entlangschrammt. Etwa wenn Batman-Nerds in Gummikostümen auftauchen und dann prompt in Not geraten oder wenn zwei kleine Kids mitten in einer Verfolgungsjagd im Auto sitzen und Schützen spielen.

Keine Frage, eine fulminante Fortsetzung, die Lust auf mehr weckt:

WERTUNG: 1

Also Jungs – Macht die Trilogie voll!
Bis dahin kann man sich „The Dark Knight“ ja auch nochmal im IMAX anschauen. Aber dann wieder in Franken!

3 Days in Manoland – Unsortiertes zum Magic Circle Festival

KOMMUNIKATION I

Joey de Majo: What is the fuckin’ greatest Metal-Festival in the World?

Publikum (skandiert): WA-CKEN! WA -CKEN! WA-CKEN!

Sign of the Hammer

True: Sign of the Hammer

THOR I

Wenn Thor so groß ist, dass er
aus den Wolken Blitze schleudern kann,
Warum hat dann noch niemand
Seine Füße gesehen?

ODIN I

Darf ein Einäugiger mit eingeschränktem Gesichtsfeld
und fehlender Tiefenwahrnehmung
eigentlich Auto fahren?
Oder nur wenn Munin und Hugin als Begleitpersonen dabei sind?

KOMMUNIKATION II

Joey de Majo: What is the fuckin’ greatest Metal-Festival in the World??

Publikum (skandiert) DAS-KANN-MAN-NICHT-SO-PAUSCHAL-BE-ANT-WOR-TEN! BITTE-FORMULIERE-DIE-FRAGE-PRÄZISER-OH-METAL-KING!

Sign of the Hummer

False: Sign of the Hummer

SCHICHTWECHSEL

Drei Jahrtausende hatte Björn mit seinen Vätern und VorVorVätern in Walhalla gezecht, als ihm plötzlich eine Hand von hinten auf die Schulter tippte: „Schichtwechsel. Ich tät dann ganz gern mal kassiern“.

KOMMUNIKATION III

Joey de Majo: What is the fuckin’ greatest Metal-Festival in the World???

Publikum (schreit) „Yeah!“ (damit sie endlich weiter spielen).

GENRES

Beim Lesen des Gratis-Metal-Hammer stellen wir fest,
dass es ganz viele neue Untergenres gibt,
Sludge Metal, Math Core…
Beim Hören der Gratis-CD stellen wir fest,
dass das alles genauso klingt,
wie das was man früher schlicht „Teufelsgerülpse“ nannte.

KOMMUNIKATION IV

Joey de Mayonese: „You are all Brothers! And you are all wearing a Uniform! And that Uniform makes you part of one great body! The Uniform is the Name ‘MANOWAR’ on your chest.“

False.

True: Nur einer der Leute hier ist mein Bruder.

Und auf seinem T-Shirt steht nicht „Manowar“, sondern „Motörhead“.

Richtig müsste der Satz also heissen: „Most of you are brothers, wearing our Uniform. Except the Romir-Brothers. I think they are…

THOR II

Als Johannes M. an diesem Morgen in seinen
kleinen, blauen Peugeot stieg
hätte er sich nie träumen lassen,
dass er heute die alte Menschheitsfrage lösen würde
wo Thor seine großen Füße abstellt.

ODIN II

Und er fährt doch!
[OD-IN 8xx] verlässt vor uns das Camping-Gelände!!
Wir wollen ihm nach Walhalla folgen!!!
Doch er fährt nach Paderborn.

Kino: „Happy-go-lucky“

Ein cooler Anfang:  Poppy reitet auf ihrem Fahrrad durch London, in einem kleinen Split-Screen-Bild um Platz für die Titel zu lassen. Doch schon bald scheint die Leinwand zu merken, dass diese Größe für die Lebensfreude der Heldin nicht ausreicht und spreizt sich erst zum Fernseh-, schließlich sogar bis zum Cinemascope-Format. Jetzt kanns losgehen!

Mike Leigh, eher bekannt für düstere Sozialdramen, wollte mal eine richtige Komödie machen um dem „modischen Pessimismus“ ein Gegenbild in Form von Poppy entgegenzusetzen. Sie ist Grundschullehrerin, lebt seit 10 Jahren in einer WG mit ihrer besten Freundin und ihre Hobbies sind Trampolin-Springen und die Welt schöner machen.

Poppy beim Trampolinspringen

Poppy beim Trampolinspringen

Zur ultimativen Konfrontation kommt es, als sie ihren Fahrlehrer Scott (Eddie Marsan) trifft: Einen verklemten, paranoiden, rassistischen Pessimisten, der gerne Taxi Driver wäre. Die Fahrstunden bilden auch den roten Faden des Films, der glücklicherweise auf Plot pfeift und seine Zeit lieber auf die Charaktere verwendet.

So entstand ein toller Film, dessen Personen ein „echtes“ Leben zu führen scheinen, das auch vor und nach dem Film weiterging – vor dem Dreh standen 6 Monate Improvisation und Arbeit an den Biographien der einzelnen Charatere, die folglich auch keine Ploterfüllungsmaschinen sind, sondern glaubhafte Personen. Dadurch wirken alle Darsteller sehr entspannt und natürlich, während die Inszenierung und die Kameraarbeit eine unauffällige Kunstfertigkeit aufweisen.

Dass das ganze ein 120-minuten-Epos ist merkt man nur durch die Info im Programmheft – die Zeit vergeht wie im Flug. Und die Gags folgen oft im Schnellfeuertempo. Mein liebster ist der als Poppy und ihr Fahrlehrer aussteigen um Plätze zu tauschen. Als sie vor dem Auto aneinander vorbeigehen sagt sie: „So schnell sieht man sich wieder!“.

Und nicht zuletzt ist „Happy-go-lucky“ eine großartige Bühne für Hauptdarstellerin Sally Hawkins. Es hat schon einen Grund, warum Mike Leigh seinen Film auch als „Liebesbrief an Poppy“ bezeichnet. Da lässt man sich gern begeistern.

WERTUNG: 1