DVD: War früher alles besser? – Indy I revisited

Halt!

So leicht kommt mir der neue Indiana Jones nun doch nicht davon!

Heute noch mal „Raiders of the lost ark“ angeschaut, um zu sehen ob der wirklich besser ist oder ob da die nostalgische Verklärung gewaltig mitgeholfen hat. Und tatsächlich – man schmeckt den Unterschied!

No Time For Talk Dr. Jones!

In „Raiders“ wird der Plot den ersten 10 Minuten abgehandelt (und gleichzeitig geteased, was noch alles kommen wird): „Wir müssen die Bundeslade finden – und zwar vor den Nazis.“ Fertig! Danach ist der Zug auf der Schiene und es folgt eine Action-Sequenz auf die nächste.

Die bauen sich anhand der Geschichte auf und steigern sich immer mehr (Schiesserei in der Bar – Kampf auf dem Markt – Schlangengrube – Kampf um das Flugzeug – Verfolgungsjagd – Geister). Dagegen wirkt der „Kristallschädel“ wie ein unsortiertes Patchwork: Die Atomexplosion gibt’s gleich im ersten Viertel, zum Showdown gibt’s dann … äh … Stufen die wegfahren?! Was ist das für eine Steigerung. (Das UFO zählt genausowenig als Höhepunkt wie der Schluss von „Abyss“!)

Und das immer wieder unterbrochen von völlig unnötigen Expositions-Laber-Szenen darüber, was jetzt so ein Kristallschädel denn genau sei und wer ihn wo hin bringen muss. Scheißegal! Weg von den Bösen muss er !! Das reicht doch!

Apropos Böse:

The Evil That Men Do

…natürlich ist Cate Blanchett toll – aber was ist das bitte für eine Schurkin? Läuft ständig mit nem Degen rum, benutzt ihn aber nie in schurkischer Absicht – nur zum ehrenwerten Duell mit einer Schüler-Schnullerbacke, dass sie dann auch prompt verliert. Ansonsten hat sie angeblich parapsychische Fähigkeiten, die sie aber nur einmal einsetzt – erfolglos. Ganz schwacher Bösewicht! Und schwacher Bösewicht heißt halt immer auch schwacher Held.

Der Deutsche „Raiders“-Schurke (der passenderweise „Toth“ heißt) ist dagegen so durchgeknallt wie deutsche Nazi-Schergen aus Hollywood es nur sein können (Der Kleiderbügel!). Gegen so ein stets irre kicherndes Scheußal muss sich der Held anscheinend auch ganz anders zur Wehr setzen….

Time To Kill

In Raiders tötet Indiana ungefähr ein dutzend Nazischergen und dubiose Ägypter-Bösewichter, seine Freundin mäht sie sogar mit dem MG nieder. Es geht blutig zu und am Ende explodiert sogar Cronenbergmäßig ein Kopf. Ich hab im neuen Film nicht aufgepasst, kann mich aber jetzt nicht erinnern, dass da irgendein Schurke durch etwas anderes ausser Naturgewalt und eigene Blödheit zu Tode kam. Moralisch gesehen weis ich nicht ob das besser ist („Damals war ich ja auch noch nicht Vater“) – aber dem grimmigen Gesamtbild des Films kommt es schon zu Gute, wenn die Helden auch kräftig austeilen – und fluchen und saufen. Auch die Frauen. Dagegen wirkt Indy IV schon sehr gezähmt.

The Man Comes Around

Auch das Reisefeeling wirkt im „Kristallschädel“ sehr gebremst: Wir sind in Nord- und Südamerika. Wüste, Stadt, Dschungel. Fettich. „Raiders“ gibt dem Zuschauer (mit billigen Methoden aber effektiv) das Gefühl eifrig um den Globus zu jetten: Dschungel – Stadt – Nepal – Kairo – Grabungsstätte (toll inszieniert mit einem Riesenauflauf an Statisten) – Ozean – Geheime Insel. Wieder ein Punkt für „Raiders“!

Thank You For The Music

Eine Überraschung gibt’s für mich noch. Anders als in meiner Erinnerung wird auch in Raiders das Main-Theme erst sehr spät komplett durchgeführt (als Indy aufs U-Boot klettert), das gesamte Thema läuft ebenfalls erst im Abspann. Nur vermisst man’s hier nicht so. Weil: Es ist einfach zu viel los (siehe oben).

Fazit

Insgesamt wirkt: „Jäger des verlorenen Schatzes“ auch nach 27 Jahren sehr frisch, was vor allem am perfekt schlanken Drehbuch liegt und an der kindischen Freude der Filmemacher mal so richtig auf die Kacke zu hauen. Also…

Früher war nicht alles besser.

Aber Indiana Jones schon.

WERTUNG: 1

Kino: „Indiana Jones & die Maske des Sido“

Netter Old-School-Abenteuerfilm der nicht viel falsch macht – aber auch nichts herausragend großartiges.

Objektive Wertung: 3

+2 Fanbonus
+1 für liebevolles 50er Ambiente und nette Details
+1 für satte, undigitale Action
- 1 für umständliches Expositions-Gelaber
- 1 für Alien-Gschmarri
- 2 für Titelthema erst im Abspann ausspielen

WERTUNG: 3

Kino: „Die roten Drachen und das Dach der Welt“

Und schon wieder Tibet!
Aber anders als bei den Hochzeitsfilmen finde ich die Filme zu Dalai Lama / Tibet / China wirklich interessant.

Der neueste in der Reihe ist „Die Roten Drachen und das Dach der Welt“ von den beiden Freiburgern Ronny Pfreundschuh und Marco Keller – die ihren Film am Sonntag im Cine vorstellten.

Mit versteckter Kamera reisten sie durch Tibet, um die Wahrheit über das Land jenseits von Klischees und Vorurteilen kennenzulernen. Denn ein Bild von Tibet hat zwar jeder im Kopf. (Meist ein vages, von orange gekleideten Mönchen und uniformierten Chinesen, die in karger Landschaft zur beispielhaften Konfrontation zwischen Spiritualität und Materialismus antreten), aber wie es wirklich ist kann man nur vor Ort erfahren.

Das Fazit der beiden: „Es ist ein bischen wie bei den Indianern – die echte tibetische Kultur existiert nur noch in Reservaten entlang der Bahnlinie, die täglich neue Siedler aus China bringt.“ Solche Reservate sind etwa die Klöster, die einerseits von China finanziert werden – dafür aber auch videoüberwacht oder mit Polizeistationen versehen sind.

«Uns war es wichtig, auch China kennenzulernen und mit Chinesen zu sprechen», meint Pfreundschuh. «Wir wollten keine Schwarz-Weiß-Malerei machen, denn wir haben in China viel echte Herzlichkeit erlebt!» Und so nimmt man es den Chinesen im Film auch durchaus ab, dass sie nicht in diesen unwirtlichen Landstrich mit der dünnen Luft gekommen sind, um die Tibeter zu ärgern, sondern um hier für das Wohl des Vaterlandes zu arbeiten und die Situation vor Ort zu verbessern.

Wir sehen aber auch die andere Seite: Eine Frau, die 15 Jahre im Gefängnis war, weil sie öffentlich für den Dalai Lama Stellung bezog, eine chinesische Journalistin, die einem kleinen Jungen vorspricht, was er in die Kamera sagen soll: «Unser Land braucht eine starke Verteidigung! Los, sag das der netten Tante!».Am schockierendsten sind die Bilder tibetischer Flüchtlinge, die zu Fuß über die Schneeweiten des Mount Everst laufen, um das Land zu verlassen – und dann von chinesischen Scharfschützen niedergeschossen werden.

«Wir sagen nicht: So ist Tibet», betont Marco Keller am Ende des Films. «Aber: das ist Tibet wie wir es gesehen haben.» Am Ende ihrer Reise sind die beiden Männer überzeugt: «Es muss sich etwas ändern. Und vielleicht bietet sich durch die Olympischen Spiele die Chance dazu – wenn die internationale Aufmerksamkeit bleibt und wächst.»

Ein sehr spannender Einblick in das Land also, der vor allem in der anschließenden Diskussion noch differenzierter wurde.

WERTUNG: 2

Kino: „Freischwimmer“ (Slight Spoilers!)

Und gleich noch ein Film! Zum Glück diesmal ein sehr guter:

:

„Freischwimmer“ kann am ehesten noch mit „Twin Peaks“ verglichen werden, auch wenn der Film von Andreas Kleinert um den Tod eines Schülers in einem Fachwerkstädtchen durchaus völlig eigenständig ist und eigentlich in keine Konvention passt.

Dementsprechend schwierig war es die Zeitungskritik zu verfassen. Lest sie!

Hier beschränke ich mich auf 2 Randbemerkungen

a) Diehl
A. Diehl ist wirklich einer meiner Lieblingsschauspieler, der zu sehr nuancierten Performances fähig ist. Umso erstaunter war ich, dass er die Identifikationsfigur des „Netten Lehrers“ so überzogen anlegt und manchmal aus der Rolle zu fallen scheint. Eine Stunde später wusste ich es besser. Hut ab!

b) Regen
Dieser Film hat den brilliantesten Regensound, den ich je gehört habe! Obwohl deutlich draussen die Sonne durch die Jalousien lugt (Rezensionsexemplar auf DVD daheim an der Wand geguckt) musste ich mich in einer Szene ständig umschauen, wiesos jetzt plötzlich tröpfelt. Hut ab! Ach nee, is ja schon unten!

WERTUNG: 1

Kino: „Verliebt in die Braut“ (Nachschau)

Jetzt aber:

Verliebt in die Braut“ von Paul Weiland. (Tata!)

Seit es diesen Blog gibt habe ich noch nie die Minimalwertung 6 vergeben.

Andererseits hab ich auch noch nie im Kino Zeit gehabt, Handyfotos zu sortieren.

Aber, würde das nicht all die andern Hochzeitsfilme, die mit einer gnädigen 5 davonkamen, nachträglich aufwerten?

Nein, eigentlich nicht.

Also:

WERTUNG: 6

Zeitungskritik

Kino: 2Late2Heal? – „BenX“

So, den Heiratskram guck ich mir erst morgen früh an. Heute kommt erst mal „BenX“ dran, ein Film über einen autistischen Jungen, der nur wenn er den Korea-Grinder „Archlord“ spielt richtig kommunizieren kann.

Interessant fand ich, dass ich im Vorfeld nur gutes über den Film gehört hatte, sowohl von Leuten, die ihr halbes Leben (oder mehr) in MMO-Welten verbringen, als auch von solchen, die froh sind, wenn sie ihren Computer einschalten können. Was für ein Film kann das sein?

Ein Film, in dem es nicht wirklich ums Online-Spielen geht, sondern eher darum, den Zuschauer direkt in den Kopf eines Autisten zu schiessen. Die reale Welt ist für Ben nur eine viel zu schnelle Folge von Details, Worten und Geräuschen (Wahnsinns-Sound-Design) nur in der aufgeräumten Benutzeroberfläche von Archlord hat er das Gefühl Herr der Lage zu sein. Doch die Grenzen verschwimmen immer mehr.

Die Morgentoilette ist Bens Charaktergenerierung, beim Laufen zur Schule folgt er der Mini-Map, böse Mitschüler sieht er als drohende Orks. Und Orks gibt es jede Menge ans Bens Schule. Die piesacken ihn so lange, bis er nur noch einen Ausweg sieht. Das „Endspiel“. Selbstmord.

Die Geschichte vom gemobbten Aussenseiter ist beleibe nicht neu – sie wird auf jedem Jugendfilmfestival mindestens drei mal erzählt – aber die Form in die Nic Balthazar sie hier gießt ist wahrhaft grandios. Spiel und Realszenen vermischen sich fließend (ein Teil des Films wurde ‘in’ Archlord gedreht, die realen Teile eingefärbt und verändert, Kamerapositionen und Bewegungen sind denen von Spielen nachempfunden.) Dadurch entstehen immer wieder magische Momente, etwa wenn Ben durch den eingefrorenen Bahnhof geht oder sein ‘Kampf’ im Park – und es stellen sich Fragen darüber, wie virtuell unsere Welt schon ist, wie real unsere virtuellen Gemeinschaften.

Überhaupt: Fragen stellen! Darin ist „BenX“ ganz groß! „Wieviele Gründe braucht man um sich umzubringen?“ „Wie kannst du ohne Heilerin ins Endspiel gehen?“ Welchen Algohrythmen folgen die Leute auf der Straße? Wo fängt ‘normal’ an? etc.

Technisch stimmt alles: Dicker Sound. Gute Musik. Starke Schauspieler. Tolle Kamera. Rasanter Schnitt.Ganz erstaunlich, dass Balthazar die Story vorher auch schon als Buch und Theaterstück verarbeitet hat – wenn man sie so sieht glaubt man, dass sie nur als Film mit Spielszenen funktionieren kann. Als hätten die größten Kunstformen des 20. Jahrhunderts (das Kino) und des 21. Jahrhunderts (das Spiel) zusammengefunden um etwas zu preisen, das noch größer ist als beide zusammen.

Ein paar Wermutstropfen gibt es aber auch: Die Synchro wirkt teilweise etwas trocken und lieblos, die permanente Archlord-Werbung ist mehr als aufdringlich. Auch sind manche Momente doch sehr dick aufgetragen. Aber in den meisten Fällen findet „BenX“ einen Dreh, der alles plausibel oder neu macht.

Also – letzte Frage: WERTUNG.

A oder 1?

Überleg.

1

Dann kann Ben nämlich noch mal aufsteigen.

Kino: „Verliebt in die Braut“ (Vorschau)

Warum?

Warum bekomm ich immer die ‘romantischen’ Hochzeitskomödien?

„American Pie – jetzt wird geheiratet“, „Run Fatboy Run“, „Fat Greek Weeding“, „Lizenz zum Heiraten“, „27 Dresses“, „A fine frenzy“, „Meine Braut, ihr Vater und noch wer…“ – - Immer muss ICH das besprechen.

Was will mir die Redaktion damit sagen?

Da hocken lauter Kicher-Kuschel-Pärchen, die den Film richtig gut finden (weil’s schön dunkel ist währenddessen) und ein Kritiker der sich allein langweilt im Kino.

Ich glaub der einzige Film mit Hochzeit, den ich richtig gut fand war „Rocky Horror Picture Show“.
Aber der zählt wohl nicht wirklich als „romantische Hochzeitskomödie“.
Und außer Before Sunrise/Before Sunset hab ich ich glaub ich auch noch kaum wirklich romantische Filme gesehen. Wenn man die Männerromantik von Indiana Jones oder Bruce Willis mal nicht zählt.

Naja, aber natürlich werde ich auch diesen Hochzeitsfilm höchst objektiv und sachlich vereiss… besprechen.

Morgen Abend wissen wir mehr.

Kino: Glorreiches Scheitern – „Ekkelins Knecht“

Hm, an „Ekkelins Knecht“ hab ich leider schon vom Dreh her schlechte Erinnerungen. An einem kalten Wintertag wurde ich auf die Burg bestellt um für die Zeitung eine Geschichte über die Dreharbeiten zu schreiben. Ich musste ewig warten, weil die Produktionscrew keine Journalisten eingeplant hatte und als ich dann endlich mein Interview fertig hatte fiel der magische Satz: „Aber das hab ich doch ihrer Kollegin schon alles erzählt.“ Der Termin war versehentlich zweimal vergeben worden. Sprich: Ein Nachmittag fürs Ausfallhonorar verschenkt.

Trotzdem interessiert mich jetzt natürlich das Ergebnis. Was können Laien in einem Jahr Wochenendarbeit auf die Leinwand bringen?

Erzählt wird die Geschichte des Raubritters Ekkelein von Gailingen, der sich mit den Nürnbergern anlegt und dafür am Ende gerädert wird (sehr schöne Szene übrigens). Die Inszenierung überrascht dabei an vielen Punkten positiv: Der Einsatz der historischen Kulissen, die atmosphärischen Landschaftsaufnahmen (Schnee, Regen – das Wetter scheint der beste Schauspieler in diesem Film zu sein), die unerwarteten production values: Kamerafahrten, Reit-Aufnahmen, Pferde, Zelte, Kutschen und Komparsen! Auch die Schlachtszenen sind packender als in manch einer Profi-Produktion (man denke nur an Gurken wie ‘Wolfhound’ oder den ‘Gähnenden Kompass’).

Dass der Schnitt oft holprig und die Darsteller hölzern sind kann man bei so einem verspäteten Studentenfilm gut verschmerzen. Ohne Kohle einen in vielen Details so stimmigen und schönen Ritterfilm auf die Leinwand zu bringen ist eine Leistung der höchster Respekt gehört.

Wirklich nerven tut mich eigentlich nur das schwache Skript: Der ‘Knecht’ zerfällt in viel zu viele kurze Szenen in denen viel zu viele Personen auftreten. (Mit hohem ‘Wer war das noch gleich?’ Faktor.) Hier hätte man verdichten, kürzen, fokussieren müssen! Dem Film ein Zentrum geben! (Ich stell mir grad vor, wie wir bei hör-q-nst dieses Drechbuch zerlegt und umgebaut hätten. Garantiert wären 1/3 der Sprechrollen rausgefallen.)

Schade! So stellt sich die ambitionierte Produktion selbst ein Bein – und das ausgerechnet in der Disziplin, die am wenigsten von Geld und Logistik abhängig ist: Den Worten auf dem Papier. Nochmal: Schade!

WERTUNG: 3

Im Happy-Hasen-Land: „A fine frenzy“ beim BR

Mal eine ganz ernste Frage: Was ist die Aufgabe von uns Medienmachern?

Den Leuten zu erzählen, dass die Welt schön ist?
Den Leuten zu erzählen, dass die Welt geordnet ist?
Denn wer will schon in einer häßlichen und chaotischen Welt leben?

Sicher nicht die Leute von Bayern3. Deshalb laden sie 170 glückliche Gewinner (meist Männer Mitte 40 mit schütterem Haar und ihre adretten Gattinnen) aus ganz Bayern ins Studio Franken – das von einer dauergewellten Moderatorin fälschlicherweise als Studio Nürnberg vorgestellt wird – und lassen sie „A Fine Frenzy“ hören.

„A fine frenzy“ ist in erster Linie eine Alice – könnte auch eine Dorothy sein – die perfekt das „Klingt 3x gut“ von B3 verkörpert:Nett, Brav, GLücklich. Zwei Lieder lang animiert das noch zum mitschunkeln, dann wächst der Wunsch nach einem Backstein angesichts der unverhüllten Diddlmausigkeit der Darbietung: „I’m so happy to be here.“ Quietsch. Lächel. Glücklichsei. „The next song is for all who had theyr hearts broken – i just found out this could be everyone“. Schmacht. Sentimentalisier. Trotzdemglücklichsei.

Und das beste: „I like germany in the spring – it’s all green & there is bunnys everywhere!“ Argh! Lasst mich hier raus!! Ich will auf ein Punkkonzert wo Leute kotzen!!

Moment, hey! Was ist denn schlecht an hoppelnden Hasen, dem grünen Deutschland und den netten glücklichen Menschen? Nichts. Aber es ist Lüge.

Das Hoppel-Hasen-Land endet doch genau an der Grenze des herrschaftlichen, von unseren Rundfunkgebühren finanzierten, BR-Parks. Sorry Dorothy, aber außerhalb davon gibts im Nürnberger Westen keine Bunnys. Ausser vielleicht in den Bordellen.

Wie brüchig die Illusion der Happy-Hasen-Welt ist (und welch vorsichtige Aufmerksamkeit sie erfordert) merkt man, wenn man versucht an der BR-Pforte links statt rechts an der Schranke vorbeizugehen. Dann brüllt nämlich der Pförtner: „KÖNNEN WIR UNS DRAUF EINIGEN, DASS SIE DAS NÄCHSTE MAL HIER RAUSGEHEN?“ Klar, Hasi. Regeln und gehorchen gehören nämlich dazu. Sonst macht noch irgendein Dutschke das Happy Hasen Land kaputt.

Und davor bewahre uns Dorothy.

… und wie schreib ich das jetzt für die Zeitung?