Kino: „Shine a light“

AKTUNG BABY: Lesen des Eintrages auf eigene Gefahr. Für Sentiment-Schäden wird nicht gehaftet. Rock on!

Die ‘Rolling Stones’, eh? Sind das nicht die, die „Stairway to heaven“ geschrieben haben? Du weist schon. Dieses Lied dass mit dem lauten Schrei anfängt. Aaaa-iii-aaaahhh-iiiiiih. Nein. Das was du meinst ist ‘Child in time’, aber egal.

Hey cooles Intro! Da ist Marty wie er versucht Regie zu führen ohne zu wissen was als nächstes passiert. Sehr sehr sehr nett. Da ist Bill Clinton. Er sagt er und seine Frau und seine Tochter und die Rolling Stones kämpfen gemeinsam für die Klimaerwärmung. Gegen. Establishment-Rock.

Und dann kommen alte Frauen. Oder Männer? Sie singen das Lied von der Frau aus Blues Brothers: „Jumping jack flash“. Hey, warte! Der da – ist der nicht der Vater von Liv Tyler? Der mit den komischen Lippen. Der von RUN DMC. Der andere ist aus dem langweiligen Piratenfilm. Warum sehen die alle aus wie angemalte Ommas? Nur der Drummer sieht normal aus. Aber Diebestenkameraleutederwelt zeigen immer nur den Papa von Liv.

Noch ein altmodischer Rocksong. Klingt wie der vorher. Alte Interview-Fitzel. Manche sind wie Verhöre. Ein Jungmusiker kommt dazu. Platzt fast vor Stolz. Dann geht er wieder weg. Weitere ähnliche bis gleiche Songs. Talkin’ bout my Gähneration. Ein Neger kommt. Singt und spielt sie alle an die Wand. Dann geht er wieder weg. Weitere nicht mehr unterscheidbare Songs. Jetzt spielt endlich „Stairway“, damit wir heimgehen können! Eine Frau kommt. Blond. Ihre Schuhe sind sehr ungeignet für die Bühne. Warum kommt nicht der Neger noch mal? Jetzt covern sie noch ‘Sympathy for the devil’ von Guns N Roses und den Windows-Werbesong ‘Start me up’! Komm, hey! Habt ihr nix eigenes?

Irgendwann ist es zu Ende und die Kamera fliegt mit einem Computertrick davon. fazit: gelangweilt auf hohem niveau. warum schau ich mir sowas eigentlich an? ach ja! weil ich scorsese-fan bin. und scorsese ist stones-fan. warum kann er nicht ärzte-fan sein? Scheiß Gähnerationskonflikt! Müde bin ich geh zur Ruh.

WERTUNG:

One + One + One + One

Und „Child in time“ haben sie auch nicht gespielt.

Theater: Iwona, Prinzessin von Burgund

Liebes Tagebuch,

heute war etwas ganz besonderes! Ich war mit den Leuten von „Cassandras’ Run“ in einem Theater!

Das ist ein bischen so wie Kino, allerdings immer nur Totale, was auf die Dauer ein bischen langweilig ist. Dafür sind alle Schauspieler echt da.

Da Stück war sehr lustig. Es hieß: „Iwona, Prinzessin von Burgund“ und ging um einen Mann, der nur einen Handschuh anhatte. Auf der Bühne war eine lustige Welle und die Leute haben so komische Geräusche gemacht. Ab und zu haben sie auch gesungen und getanzt. Das hat mir gut gefallen.

Schlecht fand ich nur, dass sie manchmal die Hosen ausgezogen haben. Das sah nicht schön aus.

Wenn es nicht so heiß und stickig in dem Raum gewesen wäre, hätte ich auch noch den Schluss geguckt. So kann ich euch leider nicht sagen, wie’s ausging. Aber schauts euch halt selber an. Es ist sehr schön.

DVD: Mr. Selfdestruct – „The Machinist“

Wowwowwow: Vom ersten Moment an als man den unglaublich ausgemergelten Körper von Batman/Bateman/Bale sieht – der in diesem Film fast Trent Reznor heißt – weiß man: Das wird nicht nett!

Ausgeblichene Farben, stimmungsvoller Soundtrack, staubtrockener Humor. „The Machinist“ wirkt als hätte ein junger Cronenberg versucht ein Remake von „Modern Times“ zu drehen. Die Stimmung ist anderthalb Stunden lang zum schneiden. Ständig hat man das Gefühl, etwas ganz scheußliches könnte passieren. Und ab und zu tut es das auch.

Aber das eigentlich gruselige sind nicht die ‘einschneidenen’ Szenen, die mit Körperteilen in Maschinen zu tun haben, sondern unser ‘Held’ selbst. Bale spielt ihn in einer unglaublich intensiven Mischung aus Verletzlichkeit und Agressivität, die einem ständig zwischen Mitleid und Abscheu schwanken lässt. Selten war ein Erzähler derart flirrend, eine Identikfikationsfigur derart gefährlich.

Reznor ist ein Typ der an einer düsteren Werkbank arbeitet und seit einem Jahr nicht mehr geschlafen hat. Seine dadurch ‘gewonnene’ Zeit verbringt er an einer Bar bei Maria (die Heilige, die Mutter) oder bei einer Hure (die andere, die ‘unreine’ Frau). Ansonsten teilt er sich selbst durch gelbe Post-Its sein ständig schrumpfendes Gewicht mit: „Noch weniger und du bist weg“, bekommt er immer wieder zu hören. „Ein Geist.“ Und dann sieht er selbst Geister. Fremde Post-Its an seinem Kühlschrank und ein dicker Neger, im Morpheus-Style, der ihm seltsame Befehle gibt.

Diese Psycho-Story mit Dreckrand war den amerikanischen Geldgebern zu düster, so dass die Produktion nach Spanien ausweichen musste. Viva Espagna! Die Freundin von dem Typ aus der vorherigen Story würde zweifelsohne (und schon vor der fünften Minute) befinden: „Das ist Scheiße“.

Ich dagegen sage:

WERTUNG: A

Eine besinnliche Geschichte

Und nun eine besinnliche Geschichte zur Weihnachtszeit. Echt erlebt in einer DVD-Abteilung.

Ich suche die „Deutsche Herbst Box“ (zu teuer) oder Gilliams „Münchhausen“ (noch nicht da) und bin gerade am traurig werden, weil ich keinen neuen Film für einen müden Abend nach einem langen Radioseminar finde, da bemerke ich ein junges Pärchen. Er Typ Langhaariger mit Ahnung, sie Typ Mädchen, das ihm zu liebe auch mal was schwarzes anzieht.

Er ist sichtlich bemüht für den gemeinsamen Abend einen Konsensfilm zu finden. Also (aus seiner Sicht) etwas ohne Blut und Titten auf dem Cover. Sie honoriert das nicht. Lautstark verkündet sie, was ihr an seinen Vorschlägen nicht gefällt: „Ist da etwa wieder Metal-Musik drinn?“ „Kommt da wohl wieder Gewalt drinn vor?“. Er versucht es mit „Dark Water“: „Der ist eigentlich ganz…“ „Der ist Scheiße!“ „Naja, natürlich ist das japanische Original…“ „Das ist auch scheiße!“ Sie kennt sich aus: „Ich hab von beiden die ersten fünf Minuten gesehen!“

Meine Laune bessert sich. Zwar finde ich keinen Film, aber dafür quatscht mir wenigstens bei der Auswahl keiner rein. Endlich hellt sich seine Miene auf – er hat den perfekten Film gefunden: „Die Verurteilten“ (im schönen 2-DVD-Steelbook für 19.99€). „Das ist der beste Film aller Zeiten!“

Echt? So eine Wahl hätte ich jetzt nicht erwartet. Irgendwie interessieren die „Verurteilten“ mich jetzt immer mehr. Immerhin sind sie jahrelang auf Platz 2 der Imdb-Charts und mit Morgan Freeman. Und ich hab sie noch nicht gesehen. Ich warte die Antwort seiner Freundin ab: „Der ist scheiße!“.

Alles klar! Den muss ich sehen!

Aber

19.99 sind mir zu teuer. Deshalb kauf ich für ein Drittel des Geldes „The Machinist“ . Wie er mir gefallen hat steht dann im nächsten Eintrag.

Als ich gehe sucht das Paar noch immer. Toi toi toi.

Kino: „Be Kind, Rewind“

Abgedreht“ von Michel Gondry

Jerry (Jack Black) und Mike (Mos Def) haben ein Problem: Ein magnetischer Unfall löschte sämtliche VHS-Kassetten der Videothek in der Mike arbeitet. Und die Kunden wollen Filme! Kurzerhand fangen die beiden selbst zu drehen an – und werden mit ihren „geschwedeten“ Versionen überraschend erfolgreich. Bis die Rechte-Fuzzis antanzen…

„Be kind rewind“ ist eine liebevolle Hymne ans Filme selbermachen und ein augenzwinkernder Aufruf an eine kreative Spaßguerilla zur Kamera zu greifen – der weltweit gehört wurde: Unter dem Stichwort „Sweded“ findet man unzählige witzige Billigversionen von Filmen wie Kil Bill oder Herr der Ringe

Und Regisseur Michel Gondry geht sogar soweit seinen eigenen Film zu schweden: Den Trailer gibt es in einer Normalen Version und ‘geschwedet‘ mit Gondry in allen Rollen.

WERTUNG: 2

Medienpädagogik-Film Online

Nach der umjubelten Premiere im alten Rathaussaal kann man meinen Feierfilm zu 25 Jahren Parabol nun auch hier sehen. Viel Spaz damit und danke an alle Beteiligten bei der Produktion – und ans Publikum! Den Film mit 200+ laut lachenden Leuten zu sehen war schon ein besonderes Erlebnis! Aber auch daheim ist er wohl ein ganz netter Schmunzelfilm.

Ohne Worte

Wo ist Flocke?Viele LeuteEin Bär

Attentat auf Flocke!

Morgen ist es soweit: Audienz beim momentan berühmtesten Bären der Welt. Zusammen mit hunderten von anderen Journalisten werde ich morgen Nürnbergs pelzige Königin besuchen. Ob sie mir allerdings eines ihrer seltenen Interviews geben wird, steht jetzt noch nicht fest.

Eigentlich wäre das ganze auch ein guter Stoff für einen Hollywood-Film: „Primal Rage“ (Deutsch: Attentat auf Flocke).

Hunderte von Journalisten, darunter ein aufrechter amerikanischer Reporter (Nicolaus Cage) kommen in den Nürnberger Tiergarten um Flocke (Flocke) zu sehen. Schon im Vorfeld gab es Proteste von Tierschützern, die den Rummel für völlig unbärengerecht hielten.

Doch mit dem was dann passiert konnte niemand rechnen: Unter den hunderten von Journalisten befindet sich auch ein Killer: Sein Ziel: Flocke eliminieren! Nur durch das beherzte Eingreifen des Reporters und der deutschen Tierpflegerin Gretl (Thomas Kretschmann) geht der Schuss in letzter Sekunde daneben! Panik bricht aus! Die Menschen stürmen durch den Zoo – und die Tiere auch! Irgend jemand hat alle Gatter geöffnet!

Inmitten der Massenpanik suchen Cage und Gretl die Drahtzieher! Sind es militante Tierschützer? Arabische Bärroristen? Nein! Die Spur führt schließlich zu unterirdischen Gängen unter dem Tiergarten in denen lichtscheues Gesindel haust: Rest-Faschisten, die sich seit den Reichsparteitagen in den Höhlen verstecken und dort an ihrer V3 arbeiten: Ein Langstreckenraketen-Abschuschuß-Gerät unter Nürnbergs Erde (L.A.G.u.N.E.)!

Nur Flocke kann jetzt noch helfen! Doch die Bärin versteckt sich voller Angst in einem Erdmännchenloch. Doch durch die Liebe von Gretl und mittels einer beherzten Schlussrede schafft es der Ami, dass Flocke wieder an sich selbst glaubt und herauskommt – zum großen Showdown……….

In echt wirds wahrscheinlich nur laut und voll.

Fantasy Filmfest Nachmittag: Japaner im Westen, Franzosen unter Tage

Nerd-Treff in Nürnberg, der Vorgeschmack aufs Fantasy Filmfest machte im Cinecitta Station. Ich gucke zwei Filme:

„Eden Log“ von Franck Vestel.

Ein Mann wacht in einer Pfütze unter Tage auf, ohne Erinnerung wer und wo er ist. Bald findet er heraus, dass er sich auf Level -4 befindet. Gejagt von Mutanten und Soldaten macht er sich auf den Weg zu Level 0 – der Oberfläche. Dabei erhellen Audiologs und Skriptsequenzen Dialoge seine Vergangenheit.

Klingt wie System- oder Bioshock? Sieht auch so ähnlich aus, mit einer Dosis Gilliam und einer Prise Alien. Und wie’s halt so ist: Die Welt ist schön, die Geschichte lustig verkopft, aber trotzdem langweilts. Weil bei Computerspielen zuschauen ist nunmal fad.

WERTUNG: 3

Mehr unkomplizierten Fun verspricht da „Suyaki Western Django“ von Takashi Miike.

Ja richtig gelesen: Ein japanischer Spaghetti-Western auf Englisch. In einem kleinen japanischen Dorf in Amerika (in „Nevata“) bekämpfen sich die stylischen „Weißen“ und die trotteligen „Roten“. Ein fremder ohne Namen spielt die beiden Parteien gegeneinander aus.

Eine nette Idee und die ersten 20 Minuten amüsiert man sich allein über den lustigen Mischmasch von italienischen, amerikanischen und japanischen Elementen. Dann zieht sich’s. Die angepeilte Epik und die Komik stehen einander zu oft im Weg – vor allem weil viele Witze doch recht spar sind: Ein Mann wird in die Eier geschossen und verkleidet sich als Frau, haha. Der Sheriff spricht wie Gollum – mindestens 10 mal. Gähn.

Es gibt aber auch Highligts: Die witzigen Auftritte von Quentin Tarantino als Otaku-Opa oder in gemalter Kulisse oder jener wunderbare Gänsehaut-Moment als auf elegante Weise ein Kreuz mit dem Namen „Mercedes Zaro“ ins Bild fällt… (Irgendwie hat es schon etwas magisches, wenn zwei Filmfreaks so ihr sinnloses Wissen austauschen: „Guck mal, das ist…“, sagt der Japaner und der Deutsche nickt „Ich weiß…“. Sehr schön.)

Ansonsten hätte dem Kram aber eine Kürzung um die Hälfte nicht geschadet.

WERTUNG: 3

Kino: „Run Fatboy Run“

Run Fatboy Run“ von David Schwimmer (2007)

Als schlechter Spielfilm getarnte Schuhwerbung.

WERTUNG: 5

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