Kino: Kevin, der Killerspieler – „Mr. Brooks“

Mr. Brooks“ von Bruce Evans (2007) hat ja beim diesjährigen Fantasy-Filmfest durchweg positive Kritiken abgesahnt (was für einen Film mit Kevin Costner inzwischen durchaus erstaunlich ist). Nun läuft er regulär im Kino und…

…könnte erstmal der übliche Serienkiller-Thriller sein: Eine toughe Polizistin (Demi Moore, als Sparausgabe von Jennifer Connelly) jagt den ‘Daumenmörder’, der bevorzugt Liebespaare tötet und sie dann in bizarren Positionen drapiert. So weit, so gängig…

…allerdings überrascht „Mr. Brooks“ damit, dass er uns gleich in der ersten Szene, noch vor dem ersten Mord, den Täter und sein Motiv zeigt. Es ist – Überraschung! – Mr. Brooks (Kevin Costner), ein erfolgreicher Schachtelfabrikant (!) der von einem dunklen Alter Ego / Schulterteufel / triebhaftem Es / sonstwas in der Form von William Hurt immer wieder angestachelt wird: „Wie wäre es mal wieder mit einem kleinen, geilen Mord?“

Brooks wehrt sich durch Selbsthilfegruppen und Gebete aber es hilft nix. Er zieht wieder los und nimmt uns mit in ein seltsames Spiel aus Schuld und Nervenkitzel, dass noch weitere Brüche mit den Genrekonventionen parat halten wird.

Während die Dialoge zwischen Hurt und Costner wirklich teuflisch gut gespielt und inszeniert sind und selbst auf harmlose Familienszenen düstere Schatten des Zweifels werfen, dümpelt die B-Handlung um Polizistin Moore etwas vor sich hin. Da gilt es nicht nur einen Scheidungsfall zu lösen, sondern auch noch einem zweiten Killer (blondiert und tätowiert) das Handwerk zu legen. Der ist scheinbar nur in der Handlung um den Anlass für zwei überflüssige Actionszenen zu geben. In dieser Zeit ist „Mr. Brooks“ dann wirklich der konventionelle Serienkillerfilm, den es abzusitzen gilt, bis wieder Costner und Hurt auftauchen.

Da deren Hälfte des Streifens aber wirklich fantastisch ist und jedem Thrillerfan ein diabolisches Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte gibt’s für Mr. Brooks die

WERTUNG:1

Kino: Iranische Frauen, amerikanische Gangster

Als Entertainment-Junkie tu ich mich immer etwas schwer mit Filmen, die mehr sein wollen als Unterhaltung. Die Fakten vermitteln wollen, persönliche Gefühle ihrer Autoren oder die gar botschaftverdächtig sind. Aber an den letzten zwei Abenden gabs doch zwei Beispiele für Filme, die Geschichtsstunden geschickt mit Amüsemang verbanden.

Einmal: „American Gangster“ von Ridley Scott, 2007

Die Filme von Ridley Scott sind ja immer eine Wundertüte für den Herrn. Manchmal ist was ganz tolles drinn („Bladeranner „, „Alien“) manchmal schrecklicher Krimskrams („Gladiator“, „G.I.Jane“).

Diesmal liegt er wieder ziemlich richtig: Erzählt wird der Aufstieg eines schwarzen Drogendealers (auch als Gangster seriös wie immer: Denzel Washington) der Heroin direkt aus Vietnam importiert – über die Soldaten der US Army. Das Geschäft funktioniert, weil niemand – weder die Patrioten, noch die alteingesessene Mafia – glauben wollen, dass sowas möglich ist: Ein schwarzer, der mehr ist als Handlanger und der noch die heiligen Soldaten mitreinzieht.

Der zweite Handlungsstrang ist weniger interessant: Mit schlechter Frisur und in einer Rolle, die wohl für einen Jungspund geschrieben wurde jagt Russel Crowe als ehrlicher Polizist Gangster und korrupte Kollegen.

Das Zeitportrait das entsteht wirkt facettenreich und realistisch – vielleicht aber auch nur deshalb, weil man die Mischung aus Story und History, Journalismus und Hollywood schon aus anderen, cooleren Filmen nach Stoffen von „Gangster“-Producer Nicolas Pileggi („Casino“, „Goodfellas“) kennt.

WERTUNG: 2

Gar nicht kennen tu ich dagegen den Iran.
Ehrlich gesagt verwechsle ich ihn auch oft mit dem Irak.
Es ist ja auch doof, zwei Länder nebeneinander so ähnlich zu nennen. Dass muss ja Ärger geben!

Persepolis“ von Vincent Paronnaud und Marjane Satrapi, 2007

füllt diese Lücke. Aus der Sicht eines Mädchens wird die Geschichte des Landes erzählt. Von der Revolution, die zwar den Schah vertreibt, aber nur um ihn durch eine religiöse Diktatur zu ersetzen bei der das Mädchen, das eigentlich Punk, Kommunist oder Prophetin sein will, ständig von finsteren Bartmännern und Kopftuchträgerinnen gepiesackt wird.

Irgendwann schicken sie ihre (reichen, mit dem alten König verwandten) Eltern nach Wien, wo sie – sehr witzig – gleich von Nonnen mit Kopftuch empfangen wird!

Als Realfilm wäre das vermutlich unerträglich plakativ und peinlich – immerhin ist die Regisseurin auch Autorin und hat das alles so ungefähr erlebt – aber durch den tollen reduzierten Zeichentrick, der viel mit Schattenrissen arbeitet, ist es vor allem ein ästhetisches Abenteuer, das immer wieder aufs neue überrascht.

Wertung: 1

Warum gibt’s eigentlich nicht für jedes Land ein gezeichnetes Intro-Filmchen?

Kino: Menschen, Monster, Marionetten – „Beowulf“

Hm. Wirklich eine seltsame Erfahrung – M. und ich gucken Beowulf von Robert Zemeckis (2007) im IMAX in 3D – und der Eindruck ist sehr gespalten.

Technisch gefällt es mir sehr gut – man kann also doch wirklich Geschichten in dem Riesenformat erzählen! Auch das 3D sieht sehr gut aus (ausser bei Schwenks zur Seite, da ruckelts doch übel) und auch dass es in der Mitte eine kurze Pause gibt ist ned schlecht, weil das 3D mit Brille doch etwas die Augen anstrengt.

Die Visualisierung als Computertrick ist dagegen so lala, ähnlich wie bei „Final Fantasy“ sind die Gesichter zwar porentief realistisch – aber immer noch weit von echter Emotion entfernt, die Bewegungen marionettenhaft. Dafür sind alle Action-Szenen sehr fulminant.

In den besten Momenten versprüht die Story – Held tötet Monster und zeugt neues – eisig kalten Nordwind, in den schlechtesten wirkt sie wie eine Zwischensequenz von ‘God of War’.

Was mich aber wirklich ins Grübeln bringt ist die Moral/Nicht-Moral der Geschichte: Warum zeugt der Held das Monster? Gut, weil ihn die Dämonin dazu verführt… aber wie entstand diese Idee? Ist das eine Art Metaerzählen – ohne Monster kein Held und umgekehrt? Oder Psychologie – die Dämonin als irgendwas in seiner Seele, was ihn nicht ruhen lässt? Oder eine Art altes zyklisches Weltbild – Held, Monster, Held, Monster in ewiger Umarmung? Und wie verhält es sich mit dem Christentum, das andeutungsweise während des Films die alten Götter verdrängt (leider im Film nur nebenbei angerissen)? Ist es vielleicht erst die christliche Neudefinition des allesverschlingenden, alleszerstörenden, allesliebenden hedonistischen Helden als Sünder, die das Monster gebiert? Oder ist das Christentum der Ausweg aus dem Teufelkreis von Monstertötung und Monsterzeugung – indem es die Helden durch laue Frömmler ersetzt – kein Held, kein Monster?

Fragen über Fragen. Jedenfalls macht „Beowulf“ Lust, sich mal das zugrundeliegende Epos anzugucken um herauszufinden, was an der Mischung Mittelalter und was Hollywood ist. Bis dahin bin ich erst mal zufrieden, dass mir ein computeranimierter Film der nicht aus Japan kommt so viele schöne Fragen gestellt hat! Da seh ich auch mal großzügig über eine grottige Musiknummer und über Jolies aufgesetzten russichen(?) Akzent hinweg, sowie über die typisch amerikanische Biederkeit, die unseren Helden zwar nackt kämpfen lässt aber dessen Schnörpfel stets Austin-Powers-mäßig hinter Schwertern oder Helmen versteckt (was in einer Comedy ja lustig ist, in diesem rohen Setting aber die düstere Stimmung stört) und vergebe für das Larger-than-live Spektakel die

WERTUNG: 2

Kino: Entschuldigung, aber sie stehen auf meinem Bioorgon-Akkumulator!

Nach über dreißig Jahren im Kino sollte man ja meinen man hat den schlimmsten Unfug schon gesehen.

Und dann kommt „Die Prophezeiung von Celestine (Armand Mastroianni, 2006) und macht alles noch schlimmer.

Ein blasser Typ fährt nach Peru um dort erzählt zu bekommen, dass er sich öffnen muss und mit dem Herzen sehen und seine Energie fliessen lassen. Das böse Militär kommt und schiesst drauf. Aber am Ende öffnen sich die Himmel und ein goldenes Licht…… JA KÖNNEN DIESE VERDAMMTEN HIMMEL NICHT EINMAL ZUBLEIBEN!!! Ich kanns nicht mehr sehen!

Vor allem nicht wenn die Ästhetik dieses grottenüblen Esoterik-Kitsches irgendwo zwischen „Emanuelle“-Exotik und 80er Fototapete klebt. Selbst wenn es Energieströme zwischen Leuten gibt (warum auch ned, nur zu) hilft es doch nicht sie aussehen zu lassen wie ein Airbrush-Gemälde.

Vielleicht weil der Film doof ist, präsentieren die Verleiher ihn als Teil einer spirituellen Gesamterfahrung – doch weder die vorangehende Selbstoffenbarung eines Verleihers („Dieses Buch hat mein Leben verändert“) noch die anschliessende Meditation (bei der lustigerweise mehrfach das Mikro ausfällt), oder die ‘Diskussion’ helfen da: Es ist eben nicht alles eins und wer Plato, keltische Mystik, Schamanismus, Christentum, C.G.Jung, Mickey Mouse und die Hochzeit von Kanaan derart scham- und humorlos vermischt tut allen seinen Quellen unrecht.
Und dass während dem Film – im Kino – schon die Werbung für die Website mit der DVD eingeblendet wird – das hab ich auch noch nicht erlebt.
Könnte bitte mal jemand die Händler aus dem Tempel treiben?

Aber hey – das Kino ist voll und die Mehrzahl der Anwesenden scheint aus dem gebotenen wohl irgendwas für ihr Leben mitzunehmen. Es sei ihnen gegönnt. Aber für mich – der ich ja durchaus auch ziemlich lost bin – hoffe ich, dass ich nie so verloren sein werde, dass ich jemals so schlechte Filme brauche, um mir den Weg zu zeigen.

WERTUNG 5 (weil ich Kretschmann sympathisch finde und hoffe, dass er nicht so endet wie Jürgen Prochnov, der hier auch mitspielt). Die Zeitungsgeschichte ist hier

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mein erhebendes Erweckungserlebnis des Tages schon im Foyer verbraucht habe – und zwar beim Anblick dieses Posters:

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Cate Blanchett in Plattenrüstung?
In der Fortsetzung eines der geilsten Historienfilme aller Zeiten?

Ja, da fliesst die Energie!

This is my church, this is where i heal my hurts

DVD: Rückkehr nach Iwo Jima

Flags of our Fathers / Letters from Iwo Jima von Clint Eastwood, 2005

Viel braucht man glaub ich nicht mehr sagen über diese Kriegsfilm-Doppelpackung von Clint Eastwood. Wer’s noch nicht gesehen hat sollte beide ohnehin gucken. Ich nutze die DVD-Veröffentlichung (schicke Tin-Box, eine Extra-CD für ‘Flags’, ein kurzes making-of für ‘letters’) um beide hintereinander zu schauen – auch wenn meine Wand sich bei aller Größe doch als etwas zu klein erweist für die großen Schlachtenpanoramen und die Explosionen im Kopfhörer nach vier Stunden doch etwas auf die Ohren drücken. Aber das ist halt der Unterschied von Kino und provisorischem Home Cinema.

Beim gucken als ein großer Film fallen ein paar Szenen auf, wo die beiden Filme quasi miteinander sprechen – etwa in den Szenen wo die Soldaten jeweilige Radiobotschaften hören – der Gesamteindruck bleibt aber der gleiche: Wo ‘Flags’ sich dreht und zu verstehen versucht was Heldentum sein kann ist ‘Letters’ immer ganz im Moment, Ratio und Emotion. Gemeinsam haben beide Filme den Look und die irgendwie sanfte, entspannte Art, die alle Eastwood-Werke auszeichnet.

Wie er das macht zeigen die beiligenden Dokus ein bischen: Seine Regiearbeit ist leise und bedächtig – aber auch pragmatisch und effektiv. Er glaubt an die Magie des ersten Takes und macht selten mehr als drei Aufnahmen für eine Szene, weil „Zuviel Nachdenken macht die Überraschung kaputt“.
„Er inszeniert wie ein Jazz Musiker spielt“, meint einer der Mitarbeiter und wenn man den Score (auch aus dem Hause Eastwood) hört merkt man auch, dass Eastwoods Musik so weit weg vom üblichen Hans-Zimmer-Kriegsfilm-Bombast ist, wie seine Filme vom hurrapatriotischen Heldenkram. Und dass er mit Letters wirklich eine Grenze überschritten hat indem er die Amis den ganzen Film lang als die ‘Bösen’ zeigt (ohne bei solch simplen dualismus stehen zu bleiben) ist wohl beispiellos in der Filmgeschichte.

Lange Rede kurzer Sinn – einfach selber gucken, vor allem ‘Letters’, der gegenüber ‘Flags’ einfach einen Tick eleganter erzählt und wesentlich emotionaler ist.

WERTUNG: Flags 1 / Letters A

Voodoo für Wolfgang

Gerade zurück vom Komponisten Wolfgang Eckert. Er kocht Nudeln und ich erzähl ihm das ganze Voodoo-Stück von vorne bis hinten, quasi als Live Hörbuch. Auch das erste mal, dass ich die Story ganz höre. Und ich muss sagen: Es funzt! Wolfgang ist ein ideales Test-Publikum. Man kann sich nämlich auch ziemlich dämlich vorkommen, wenn man von Menschen erzählt, die sich in Tiere verwandeln und das Publikum dich anschaut als wärst du Nina Hagen. Aber für einen Lvl 70 Druiden ist sowas natürlich easy zu verstehen. Ab der Hälfte fängt er sogar an wilde Spekulationen zu generieren, wer wen getötet hat oder welche Verwicklung hinter dem ganzen steckt – genauso soll es sein!! Und auch das ‘Hybrid-Ende’ funzt.

Anschließend zieht er noch eine halbe Million Stücke aus seinem unendlichen Wundertopf der Melodien von denen sich vieles schon verflixt ähnlich anhört wie der fiktive Soundtrack in meinem Kopf. Jetzt muss ich eigentlich nur noch das Ende zu Papier bringen (und noch hier und da ein bischen kürzen, yeah) dann kanns im Dezember wirklich losgehen mit der Voodoo-Insel.

Life on Mars?

Dank Youtube kommen jetzt auch TV-Muffel wie ich in den Genuss der Höhepunkte öffentlich-rechtlichen Fernsehschaffens. Zum Beispiel jenes Momentes als die alternde Punk Diva Nina H. es schaffte Joachim Bublath aus einer Talkshow zu vertreiben.

Als Zuschauer finde ich mich schnell auf der Seite von Mr. KnoffHoff wieder: Nina nervt mit ihrem exaltierten Gehabe und ihrem Gefasel dass Bublath doch was über die Ufo-Entführungen und die satanischen Elitebasen von George Bush auf dem Mars (oder so ähnlich) wissen müsste. Sein Abgang scheint das einzig korrekte in der Show zu sein.

Aber! Überlegen wir mal – rein hypothetisch – für einen Augenblick folgende Möglichkeit:

Nina Hagen hat recht!

In 30 Jahren werden Raumfahrer auf dem Mars die grausigen Überreste der Menschenfabriken entdecken – gebaut von der U.S. Regierung unter George W. Bush, in denen UFO-Opfer geklont und gefoltert wurden, während gleichzeitig eine Elite von Kreationismusleugnern herangezüchtet wurde. Unterstützt von atheistischen ‘Wissenschaftlern’ aus der ganzen Welt. Nur durch das beherzte Eingreifen von Gott himself (via Erdbeben, verzeihung Marsbeben) wurde die satanistische Einrichtung zerstört.

Angesichts der erschütternden Fotobeweise kommt der greise Joachim Bublath vor den Weltgerichtshof. Nach viermonatiger Verhandlung endlich sein Geständnis: „Ich war dabei.“

Unsere Enkel blicken anklagend auf uns: „“Warum habt ihr nichts unternommen? Ihr wusstet es doch! Nina hat es doch im Fernsehen gesagt!!“
Wir murmeln ein mattes: „Wir dachten damals die spinnt…“ und werden ausgelacht.

Prophylaktisch blicke ich schon jetzt schuldbewusst zu Boden.

Camilla und ich

Heute war ich seit langem mal wieder beim Friseur. Beim warten blättere ich durch eine hochinteressante Frauenzeitschrift in der ich unter anderem erfahre was Günther Jauch mit einer Million machen würde („weis ned“) und dass man in New York für nur 30 Dollar ein kleines schwarzes finden kann, dass aussieht wie von Jackie O.. Wieder was gelernt!

Besonders interessant finde ich aber einen Artikel über Camilla (die von Charles) und ihre Frisur. Sie geht jeden Monat zum Friseur, sagt das Blatt, und zahlt 600 Euro dafür. Weil sie aber sparsam ist, fönt sie selber und lässt den Wind den Rest erledigen! Dadurch spart sie Monat für Monat 30 Euro!!

Das ist doch genau das, was man beim Friseur lesen will! Dass der eigene Haarschnitt nur die Hälfte von dem kostet, was Camilla nicht zahlt!

Und ich seh trotzdem besser aus als sie.

Voodoo: EndeNeu

Nachdem inzwischen die Besetzung fast komplett ist und die Aufnahmen für Dezember angesetzt sind steht nun der Kampf mit dem letzten Akt der Voodoo-Insel an. Leider bin ich mit meinem bisherigem Schluss noch recht unzufrieden. Er ist schon ganz ok, magisch-romantisch, etc. und man würde in jedem Hollywood-Film damit durchkommen. Aber andererseits ist es genau das Ende, dass ich als Kritiker häufig und gern als zu konventionell bemäkle, weil schon zu viele Hollywood-Filme damit durchgekommen sind.

Dabei ist dieses Ende ja schon das zweite. Das ursprüngliche Ende (als die Geschichte noch eine Serie werden sollte) war ein Downer: Etwa ab zwei drittel der Story sollte sich dabei herausstellen, dass das ganze Voodoo-Zeug nur Firlefanz ist, und der Vater Opfer einer banalen Grundstücksspekulation geworden ist. Als writer/producer amüsiert mich so ein Schluss köstlich, weil er alle Erwartungshaltungen schäbigst unterläuft – aber als Hörer glaub ich wäre ich enttäuscht. Auch zeigte „Session X“ ja wohl, das Antiklimaxe nicht soo beliebt sind.

Momentan arbeite ich deshalb an einer Art Hybrid-Ende, dass die besten Elemente der ersten beiden Versionen verbindet (nämlich enttäuschend UND konventionell zu sein :-) ) . Der momentane Plan ist derart bizarr und comic-mäßig überkandibelt, dass er glaub ich schon wieder lustig ist, nur muss ich noch einen Form finden ihn auch verständlich und knapp zu bekommen. Nix ist schlimmer als endloses Plotauflösungsgesabbel im letzten Akt. Und natürlich dürfen die Änderungen am Ende nicht die Charaktere der ersten beiden Akte kaputt machen.

Auf jedenfall ist es ein Ende, mit dem ich nicht gerechnet hätte.

„Jetzt nicht, Bröckchen!“

Die Ferienbande ist wieder da!

Die abgefahrene Parodie auf die Kassettenhörspiele der 80er geht in die dritte CD-Runde . Schon der Titel „Die Ferienbande und die unterträglichen Schmuggler“zeigt, dass Kai & Sven & Co. es diesmal auf die besonders altmodischen Enid Blyton Serien abgesehen haben.

In bester fünf Freunde Manier muss die Bande nämlich zu Tante Pfanni und Onkel Quentin Tarantino auf die Felseninsel Hügelhöhle fahren, wo natürlich die titelgebenden Schmuggelschurken ihr Unwesen treiben.

Wieder einmal sind Sound und Sprecher vom feinsten: Maud Ackermann (die original George von den fünf Freunden) gibt die brave Tante, Sascha Dräger (TKKG-Tarzan/Tim) kommt als Bauls Vater dazu und sogar Spongebob ist dabei.

Storymäßig scheint die Bande allerdings etwas altersmilde zu werden: Die Gags sind weniger dicht gesäät (abgesehen vom penetrant oft verwendeten ‘Bröckchen hat hunger’-Jokes), der Täter ist diesmal nicht der **** und selbst Babsi hat sich dem zarten Fünf-Freunde-Setting angepasst und lebt vergleichsweise keusch: Statt eines ganzen Hockeyteams vernascht sie ‘nur’ noch einen Gärtner und einen Schmuggler.

Auch wenn einige Szenen exzellent sind (Der Anfang, der Rechtefuzzi, die Schlucht und die Walkie-Talkies) reichen die Schmuggler doch nicht ganz an den Witz der ersten beiden Folgen heran.

Ob aus den ‘Charakteren’ nach drei Langhörspielen schon die Luft raus ist?
Man darf gespannt bleiben – denn live präsentiert die Bande ja immer wieder, das noch viel in dieser Idee steckt.

Das nächste mal bei uns übrigens am 18. November im E-Werk. Präsentiert von Funkenflug. Leider gut.

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