Court Reporter III – Missbrauch?

Tja, der zweite Tag als Court Reporter gefällt mir schon besser – und das nicht nur, weil ich erfahren habe, dass Gerichtsreportagen besser bezahlt werden, als normale Texte. Auch der heutige Fall ist kompakter, fast klassich: Eine 16-jährige bezichtigt ihren Stiefvater des Missbrauchs – in über 70 Fällen. Das komische: Sie ging immer freiwillig zu ihm ins Schlafzimmer, legte sich neben ihn und erst dann machte er Schweinkram.

Ich höre nicht die Aussagen, sondern nur die Schlussplädoyers. Das Mädel ist nicht da (was auch gut ist, irgendwie ist es schon peinlich soviel intimen Kram von fremden Leuten zu hören), aber der Stiefpapa, dessen Gesicht fast auf die Tischplatte gesunken ist, so gebeugt hockt er im Stuhl.

Die Staatsanwältin zählt knapp und präzise in 10 Minuten alle angeblichen Vergehen auf und summiert sie wie auf einer Einkaufsrechnung: 10x Porno zeigen + 20 mal berühren + 10 mal Aufforderung zur Schweinkram + … = 4 Jahre Knast. Als sie fertig ist, eilt sie zum nächsten Termin und lässt ihre charmante Referendarin (oder wie immer das beim Gericht heisst) die laaaange Gegenrede des Verteidigers absitzen.

Der rudert ziemlich um den Mann zu retten, sagt in 90 Minuten – stark gekürzt – aber folgendes: „Das Gör lügt! Freispruch!“.

Ned leicht für den Richter, der nach der Verhandlung tief sinnierend, mit den Händen auf dem Rücken durch den Gerichtssaal läuft. Nach einer Stunde Beratung lautet das Urteil gut 1 Jahr auf Bewährung: „Vieles ist übertrieben, nicht alles gelogen“. Eine nachvollziehbare Begründung, die aber, so Richter Held, wahrscheinlich von beiden Parteien angefochten wird.

Irgendwie doch spannend, solche Gerichterei, auch krass, weil ja jede Entscheidung falsch sein kann und für die Menschen schwere Folgen hat. Vielleicht gibt’s ja nach Oberhausen eine Fortsetzung der Gerichtsgeschichten.

Court Reporter II – Die ganze Wahrheit

So nun bin ich wieder da. War wirklich nicht soo spektakulär, auch wenn das Thema (bestohlene Leichen, siehe letzten Eintrag) schon cool ist. Erstmal ist der Saal ziemlich klein. Gar kein Mittelgang auf dem der aufrechte Gregory Peck durch die versammelte Dorfgemeinschaft schreiten kann, kein Rondell zum steppen für Richard Gere, noch nicht mal die langen Bänke für die Nazikriegsverbrecher.

Auch Flagge gibt es in dem nüchternen Raum keine (nicht mal unsere). Dafür hängt, was mich etwas verwundert, ein Holzkreuz an der Stirnseite. Was hat das hier zu suchen? Werden hier nur christliche Verbrecher gerichtet? Oder ist es eine dezente Warnung an moslemische Schurken, dass sie hier nicht nur vor dem Richter (weiss und männlich), sondern auch vor dem HErrn stehen?

Wie auch immer, die eigentliche Show Verhandlung ist dann nicht besonders dramatisch: Die Hälfte der vier Stunden(!) die ich da war waren Unterbrechungen, während denen sich der grinsende Richter mit zwei Damen in Zivil (über deren Funktion ich nicht spekulieren möchte) ins Hinterzimmer zurückzog. Vielleicht fand er es auch nur cool, dass immer wenn er neu reinkam alle aufstehen mussten. Gehämmert und „Eingesprochen“ wurde dagegen gar nicht.

Als der Richter dann anfing alte Verhör-Protokolle vorzulesen – statt den anwesenden Polizisten zu fragen, der die geschrieben hatte – fanden das anscheinend auch die Verteidiger langweilig und beantragten den Quatsch sein zu lassen. Woraufhin sich der Richter wieder länger mit seinen Damen zurückzog um dann nach dem Wiederkommen weiterzulesen. Nur dass der Polizist jetzt nach jedem Satz „Ja“ sagen musste, um zu bestätigen, dass er das damals so geschrieben hatte. So kann man natürlich auch seine Zeit rumbringen.

Also ich glaub ich bleib lieber bei Hollywood. Echte Justiz scheint mir mehr absurdes Theater als großes Kino zu sein.

Court Reporter – Pet vor Gericht

Wie schade, jetzt wollt ich doch eigentlich heute Abend „Klaras Schicksalsmelodie“ hören, da kommt nach Einbruch der Dunkelheit der Anruf – die „noris neuigkeiten“ brauchen jemand, der morgen früh um 8.30 Uhr in ein Gericht geht. Und zwar in einen Prozess über Leute, die wo Zahngold aus Leichen geklaut haben. Wobei die Verteidiger davon ausgehen, dass das kein Klauen sein kann, weil Leichen keine Leute mehr sind und deshalb auch nix mehr besitzen können, was man ihnen klauen kann (Und was ist mit der unsterblichen Seele, bitteschön? Naja, die steckt hoffentlich nicht im Zahngold. Das wäre doch ganz schön materialistisch).

Jedenfalls werd ich jetzt wohl ins Bett gehen, weil ich bin schon ziemlich müde. Und gespannt! Weil Gericht kenn ich (gottseidank?) nur aus amerikanischen Filmen. Ob die bei uns auch ständig mit dem Hämmerchen hämmern, „Einspruch!“ rufen und am Ende eine bewegende Rede mit Geigenmusik halten, während im Hintergrund die stars & stripes wehen?

Etwa so:
Ankläger: „Werte Geschworene! Sehen sie auf dieses Zahngold! Unsere Vorfahren holten es aus dem Yukon!! Es ist nicht irgend ein Ding!! Auf diesem Gold wurde unsere Nation gebaut!! Dieses Gold ist Amerika!!“

Verteidiger: „Zahngold?! D’rauf gebissen!! Ist Amerika das Land der Toten oder das Land der Lebenden? Sehen sie diese Menschen – hätten die werten Verstorbenen nicht liebend gerne ihr letztes Ünzchen Zahngold gegeben um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen?“

(Fahne weht jetzt heftiger. Geigenmusik plustert sich auf)

Verteidiger: „Hier…in the land of the free and the home of the brave?“

(Geigen erreichen ihren Höhepunkt. Selbst der Richter (der höchstwahrscheinlich schwarz oder weiblich ist) hat jetzt den Hammer niedergelegt und verdrückt ein Tränchen.)

Verteidiger: „Ich bin mir sicher – wenn die toten reden könnten… ohne Zähne, weil die sind ja raus – dann würden sie mir zustimmen wenn ich sage…

Zombies (von aussen): „GEEHHHIIRRN!!!“

Alle: „Was???“

(Die Türen fliegen auf und die werten Toten torkeln herein. Ausser „Gehirn“ rufen sie noch „Benzin“, „Change“ und natürlich „Zahngold“. Die schwarze Richterin mit Latino Vorfahren greift unter ihren Talar und holt eine Shotgun hervor, während der Court Reporter….)

Na, ich vermute mal das deutsche Gerichte wohl etwas weniger spekatkulär sind. Aber morgen wissen wir mehr. Und hoffentlich wird „Klaras Schicksalsmelodie“ dann noch mal auf AFK gespielt…

Ab in die Küche!

Ratatoullie“ von Brad Bird, 2007

Nachdem alle Kollegen voll des Lobes über diesen Film sind guck ich ihn mir Pixars neusten Streich auch mal an, auch wenn die Story – Kochende Ratte hilft tölpeligem Jungkoch – nicht so klingt, als würde sie einen vom Hocker reissen.

Wie üblich bei Pixar gibts einen coolen Vorfilm, diesmal über Ausserirdische, dann erst beginnt das Rattending. Die Qualität der Zeichnung ist tatsächlich überragend. Da spielen die Genre-Väter wirklich in einer ganz anderen Liga als die vergleichsweise sparige „Lissi“ (die in ihrer Reduziertheit aber auch was hat).

Die Story erfüllt meine niedrigen Erwartungen (was auch daran liegen kann, dass ich in Punkto kochen den italienischen und türkischen Meistern oder der Bratwurst in der Pfanne vertraue): Nette Grundidee, routiniert umgesetzt, mit einigen schönen Momenten. Kein Vergleich zu den „Incredibles“ oder gar der „Monster AG“ – aber trotzdem haushoch über dem Groß der „Filmemitanimiertentieren“.

Nettes Detail am Rande: Woran Tykwers erbärmlicher Parfümlangweiler so scheiterte schafft Ratatouille meisterhaft: Gerüche visuell erlebbar machen. Ein bissl mehr so abstraktes hätte dem Rattenfilm gut getan.

WERTUNG: 2

Ab in die Berge!

„Der Mensch und der Berg – ein ewiger Kampf!“
- Manfred Tauchen, „Der Watzmann ruft“

Bergsteigen the easy way: Zurückgelehnt im weichen Sitz der unterirdischen Höhle des Nürnberger IMAX-Kinos guckt eine überschaubare Schar von Kritikern

Die Alpen“ von Stephen Judson (2007).

Erzählt wird die Geschichte eines Bergsteigers, der die Eiger Nordwand erklimmen will, an der sein Vater gestorben ist, als er neun war. (Der Sohn, nicht der Vater!) Spektakuläre IMAX-Bilder von Bergen, Steigern und Lawinen, sowie eine geschickte Einbindung von Fakten machen den Film durchaus sehenswert.

Mir gefällt besonders, dass hier kein Grundwissen voraussetzt wird (Wink mit dem Kletterhaken zur Grass-Doku!!) und der Film – ganz beiläufig! – absolut jeden mitnimmt. Es wird sogar erklärt wo Europa liegt! Durch diesen amerikanischen Blick von aussen scheint auch die kleine Schweiz auf einmal rießig und voller Wunder.

Was mir nicht so gefällt ist die Verquickung der Story mit dem üblichen „Ich hab da so ein überwindbares Trauma“-Kram Hollywoods. Denn es braucht eigentlich keinen Grund, um auf einen Berg zu steigen, ausser dass er grad da ist. Oder wie schon Luis Trenker, die alte Bergsau, sagte: „Mit den Bergen ist es wie mit dem ewig weiblichen. Sie können noch so schroff und kalt sein – es zieht uns doch hinan!“.

Auch das Gitarrengequietsche von Brian May erinnert mich eher an die Highlands als an die Alpen. Aber immerhin singen sie nicht „We are the champions“ auf dem Gipfel.

Mit 40 Minuten ist der Alpenfilm für IMAX-Verhältnisse zwar ordentlich lang, bleibt aber für verwöhnte Langfilmgucker doch eher ein Häppchen für zwischendurch. Aber die Faszination des Bergsteigens kommt auch in der Kürze rüber.

WERTUNG: 2

Zeitungskritik folgt

Ab ins Märchenschloss!

So, jetzt geht’s auf zuLissi & der wilde Kaiser„.
Böcke hab ich nicht wirklich drauf, weil ich schon über den Trailer nicht lachen konnte und weil ich (momentan) noch glaube, dass man „Sissi“ gar nicht unbedingt parodieren muss (zumindest nicht grob). Hoffentlich reden sie nicht wieder dauerd mit diesen „schwulen“ Stimmen. Aber genug im Vorfeld genörgelt. Auf ins Kino! Vielleicht wirds ja doch kewl.

(2 Stunden später)

Ja, ned schlecht. Viel witziger als der Trailer. Glücklicherweise haben sie gecheckt, dass Sissy-Verarsche allein keine 90 Minuten füllt und noch eine Geschichte um einen Oger oder Yeti dazugetan. Und Badesalz sind auch dabei. In der ersten Stunde richtig oft gelacht. Nur warum muss das Ende immer so konventionell sein? Trotzdem gute Unterhaltung – und das ganz ohne ’schwule Stimmen’. Der beste Bully bisher bekommt die

WERTUNG: 2

Zur Zeitungskritik

Ab ins Mädcheninternat!

Was tun, wenn man Vollwaise ist und nur eine schöne Stimme und ein Tagebuch sein eigen nennt? Ab ins Internat! Doch Vorsicht! Die scheinbar heile Welt des musikalischen Eliteinternats BURG GOLDKELCHEN birgt ein seltsames Geheimnis…

Also wenn ein Hörspiel schon „Klaras Schicksalsmelodie – Spaß und Schrecken auf Burg Goldkehlchen“ heisst – und dann noch live, interaktiv und mit Jule Schröter („Suls Computer“) ist, dann ist das natürlich ein Pflichttermin. Und zwar am 28. Oktober um 22 Uhr auf Radio Z, 95.8 MhZ in Nürnberg oder über Stream.

Damit ihr den Weg auch findet hat das Team vom Improtheater „Zwangsvorstellung“ euch schon mal eine Karte des Ortes gezeichnet -

karte-goldbach-01jpg.jpeg

Also, wir sehen uns im Internat.

Eure Nanni.

DVD – Ogres have layers: „Der Unbequeme“

Wow – da hab ich doch im letzten Eintrag noch das 70-seitige-Last-Samurai-Booklet gelobt, (das ja inhaltlich nur das Presseheft abdruckt) und nun das hier: Ganze 128 Seiten von Kritiker-Guru Georg Seeßlen liegen der brandneuen Arthaus-Premium-Ausgabe der „Blechtrommel“ bei, die ich zum Geburtstag bekommen habe!! Ned schlecht! Auch sonst ist die Doppel-DVD sehr gut: Neben einem Audiokommentar von Schlöndorff, einer Doku über die Entstehung und geschnittenen Szenen gibt es noch einen zweiten Film nämlich

Der Unbequeme – Der Dichter Günter Grass“ von Nadja Frenz & Sigrun Matthisen, 2007

Diese Doku seh ich mir als erstes an. Sie begleitet den 78-jährigen Dichter auf Touren nach Paris und Danzig, ja bis in den Jemen. Leider ist der Film dabei ebenso unsortiert, wie verliebt ins banale: Grass beim Soundcheck, beim Stadtbummel, beim Autogrammgeben, beim Ahoi-Brause trinken.

Dabei scheint der Film anzunehmen, dass seine Zuschauer die Biographie des Dichters schon kennen. Wer das nicht tut, muss sich die Geschichte allein aus Andeutungen und Gesprächsfetzen zusammenbasteln – und selbst dann erfährt man nicht viel mehr als die bekannte Sortierung „Blechtrommel – SPD-Werbefigur – Nobelpreisträger“. Bis auf die späte SS-Debatte erleben oder sehen wir seine biographischen Stationen nicht, wir hören nur davon. Das ist für nen Film zu wenig.

Auch bei den Interviewgästen – darunter ein Ex-Kanzler und eine Grass-Tochter – sind viele, die zwar gern ihren Kopf ins Bild halten aber dafür wenig sagen. Grass selbst liefert dagegen einige präzise Miniaturen zu Danzig, zum Alter, zur SPD. Aber die Arbeit richtige Fragen zu stellen überlassen die Filmemacherinnen anderen: Schülern, die wissen wollen, für wen er eigentlich schreibt oder seiner „Familie“ von Übersetzern, die herausbekommen wollen, welches Wort in ihrer Sprache das richtige ist wenn in seinem Text „Geliebte“ steht.

Grass kommt dabei immer klug, höflich und ruhig rüber – ein elder statesman, eine Art literarischer Genscher – so dass man sich schon fragt, was an dem Herrn mit der Pfeife und dem Hundegesicht jetzt bitte das „Unbequeme“ sein soll? Am ehesten noch scheint es ihm unbequem zu sein, ständig zur Symbolfigur für irgendwas gemacht zu werden, so dass er nicht in Ruhe töpfern oder unanständige Verse schreiben kann.

So bleibt der Film nicht mehr als ein Grass-Appetithappen, der einen auch nach 90 Minuten noch hungrig nach handfesten Erkenntnissen lässt.

WERTUNG: 4

DVD: A simple look at something profound: „The Last Samurai“

The Last Samurai“ von Edward Zwick, 2003

Zugegeben: Zu den wichtigsten Pflichten eines Filmkritikers gehört „Tom Cruise Scheiße finden“. Nicht weil er bei Scientology ist, nee. Von mir aus kann er Hühner peitschen in seiner Freizeit. Aber dass er außer „naiv gucken“ oder „arrogant gucken“ keine Emotion glaubwürdig ausdrücken kann, das ist in seinem Beruf schon sehr ungünstig.

Aber dafür ist er sportlich. Und ohne sein Starpotential hätte es die meisten der Filme in denen er sportlich ist, aber nicht gut spielt gar nicht gegeben, weil sie niemand bezahlt hätte. So auch „The Last Samurai“.

Die Story eines Amis, der das Ende der Samuraikultur durch die Einführung der Feuerwaffen erlebt ist eine Art „Kagemusha light“ (der ja selbst wiederrum eine Art „Ran light“ ist) – oder wie Zwick am Ende des Audiokommentars selber sagt: „an oversimplified look at something profound“.

Und unter der Prämisse schlägt sich der Samurai gar nicht schlecht. Die Fotografie ist super schön, die Darstellung der Japaner respektvoll und die Kampfszenen fulminant. Obwohl ich mit Regiekommentar gucke, kommt die Story voll rüber, da mehr in Bildern erzählt wird, als in Worten.

Laut Zwicks Kommentar ist der Film vor allem für ein Publikum von 17-jährigen, die von japanischer Kultur noch gar nix wissen gedacht, aber auch wer Kurosawa schon rauf und runter geguckt hat (wie Zwick selbst) bekommt hier einen netten, bis an die Kitschgrenze romantischen Samuraifilm. Das jetzt noch mit Clive Owen in der Titelrolle und… naja, dafür gibts ne schöne Steel-Box und das dickste Booklet (70 Seiten…) das ich je bei einer DVD gesehen habe.

WERTUNG: 2

DVD: Battle Rhymez 1780 A.D. – „Ridicule“

Ridicule“ von Patrice Leconte, 1996

Heiderzacken, was für ein geiler Film. Damals irgendwo auf den Festivals zwischen München und Berlin gesehen, seitdem nie vergessen, jetzt endlich auf DVD: ‘Ridicule’ von Patrice Leconte – der fiese kleine Bruder von Kubricks Barry Lyndon, gekreuzt mit Kafkas Schloss:

Weil sein Grund in einem tödlichen Sumpf liegt reist der arme Landadelige Ponceludon nach Versailles um Unterstützung vom König zu bekommen. Doch am Hof herrschen gnadenlose Regeln – man muss töten oder sterben. Aber nicht mit Degen und Pistolen, sondern mit geschliffenen Worten. Wie bei einem Rap-Battle geht es darum, blitzschnelle Bonmots oder Reime auszupacken und den Gegner damit lächerlich – ridicule - zu machen.

Aber das bleibt nicht Ponceludons einziges Problem – er muss sich ausserdem zwischen einer gerissenen Gräfin (Fanny Ardant) und einer todsüßen Wissenschaftlerin (Judith Godrèche) entscheiden…

Dieser Film hat einfach alles: Schöne Frauen in sensationellen Kleidern, großartige Schauspieler, bombastische Kulissen, edle Musik, ein rituelles Pistolen-Duell und – naturgemäß – brilliante Dialoge.

Für Verwunderung sorgt allerdings die DVD-Edition. Kinowelt bringt „Ridicule“ auf 2 Scheiben. Die erste ist der normale Film. Die zweite nennt sich „Camera Mode Version“. Nie zuvor gehört, klingt aber nach Multiangle, wo man selbst die Blickrichtung wählen kann (cool noch etwas mehr von Godrèches Mörder-Dekoltée ins Bild bitte…). Allerdings entpuppt sich der Kamera Modus dann als das selbe in Grün – sprich „Ridicule“ mit Grünstich. Sinnlos.

Dafür gibt’s keine Untertitel, was aber nicht so schlimm ist, denn die deutsche Übersetzung (immerhin von Hans-Magnus Enzensberger) ist top.

Keine Frage:
WERTUNG A

« Ältere Einträge