Kino: Terminator Salvation

In der nahen Zukunft: Die bösen Maschinen beherrschen die Erde. Die verbleibenden Menschen führen einen verzweifelten Kampf. Unter ihnen der Soldat John Connor, den manche für den Retter der Menschheit halten und dem eine wichtige Suche bevorsteht – nach seinem Vater. Noch wichtiger ist aber eines: Dass es viel und laut rummst!!

See you later, Terminator: Man muss es den Autoren von “Salvation” hoch anrechnen, dass sie nicht zum vierten mal die Geschichte “Terminator jagt Familie Connor” erzählen, sondern mit dem geheimnisvollen Marcus einen neuen Hauptcharakter einführen, der bis fast zum Ende undurchsichtig bleibt (auch wenn er mich ständig an den Bruder von Wolverine in X-Men Origins erinnert). Überhaupt sieht hier vieles aus wie was anderes, zum Beispiel wie Fallout 3, Half Life 2 oder Transformers. Aber egal, solangs wie oben erwähnt oft heftig rummst und die Geschichte halbwegs interessant bleibt.

Leider geht den Autoren im letzten drittel dann deutlich die dramaturgische Puste aus, was man daran erkennt, dass nun wieder Terminatoren die Familie Connor jagen und brav alle Standart-Sprüche der Serie abgearbeitet werden. Auch o.k., wenn aber um das Happy End zu erreichen das eiskalt logische Skynet sich wie jeder x-beliebige Filmbösewicht verhalten und den Guten seine Pläne erzählen muss statt sie einfach stante pede zu nuken ist das Maß des erträglichen voll. Mit Verlaub: Das wäre Papa Cameron nie passiert.

Trotzdem nach dem schwachen 3er wieder ein lustiges Spektakel, das vor allem im IMAX Laune macht – das man aber kein zweites mal sehen muss.

WERTUNG: 3

Kino: The Limits Of Control

Ähnlich wie Clint Eastwood, Martin Scorcese und David Cronenberg gehört auch Jim Jarmusch zu dem kleinen Kreis von Regisseuren, deren Filme ich mir auf jeden Fall angucke – auch ohne zu wissen, worum es geht.

Das ist in diesem Fall auch gar nicht schlimm, denn “The Limits of control” handelt eigentlich erst mal von gar nix: Ein Mann, den wir nicht näher kennenlernen folgt einer geheimnisvollen Spur aus Streichholzschachteln und  Begegnungen zu einem unbekannten Ziel. Dabei wiederholt sich die Struktur ständig: Neue Orte, Tai Chi, Warten, neue Begegnungen, kurze Unterhaltungen, neue Streichholzschachteln und wieder von vorn.

Der eigntliche Zauber liegt aber ganz wo anders: Im Fluss der Bilder und der Feedback-Musik von “Boris”, in den Blicken, die konzentriert sind und doch vorbeigehen, in der Verbindung von Malerei, Filmkunst und Zitatenrausch. In Prosa lässt sich das alles schlecht ausdrücken – deshalb folgender Schluss:


The Limits Of Control

Ein Mann am Flughafen

Streichholzschachteln

Gitarrenkoffer

abgekaschte Bilder

tangentiale Blicke

Coffee & Cigarettes

Out One Spectre

Hier war ich auch

schon nicht mehr

Ist das der Tod?

No control

No limits

Noli me tangere

WERTUNG: 1

Rhapso re-plugged

Heyho liebe Leser!

Nach langer Abwesenheit gibt es nun mal wieder einen neuen Eintrag auf Rhapso.de.

Eine lange Umzugsphase und ein gewisses Leiden unter  De-Virtualisierung liegt hinter mir. Viel ist passiert, das meiste davon hat mit Baumärkten zu tun. Neu eingeloggt am neuen Ort wird es hier bald neue Abenteuer zu lesen geben. Hoffentlich. Doch zuerst sei ein klitzekleiner sentimentaler Rückblick gestattet: auf meine alte Heimat und auf ein ganz besonderes Kunstwerk: “Frau mit blauem Hut”.

Die Bedeutung dieses Werkes aus Pablo Picassos “Teer-Periode” wird nur noch von seiner Unbekanntheit übertroffen, denn man kann es nur aus dem Fenster meiner alten Wohnung in voller Schönheit sehen. Oder natürlich hier auf Rhapso.de!

"Frau mit blauem Hut" (c) Pablo Picasso

Mein erster Comic: “Watchmen”

Watching the watchmen

Zurück aus dem Olymp der zarten Festival-Filme in die rauhen Winde des Mainstreams: Und diesmal gleich so richtig. In dem Glauben einen lustigen Abend zu erleben (weil ein Smiley auf dem Poster ist) stolpere ich in den mir ansonsten völlig nichtssagenden “Watchmen” von Zack “300″ Snyder und stelle auf relaxen. Böser Fehler.

Wohin?

Der Film ist eine ziemliche Tortur: Knackende Knochen scheinen das Lieblingsgeräusch dieses Regisseurs zu sein, der sich im Interview damit brüstet, den ersten  Mainstream-Film gemacht zu haben, in dem eine schwangere Frau erschossen wird. Er nennt es Subversion. Das verstehe ich nicht. Aber ich verstehe die Frage der Frau an meiner Seite: “Wohin jetzt mit all den Bildern der Gewalt?”. Keine Ahnung! Ich weis ja nicht mal, wo ich die hintu. Aber ich kann nachsehen!

Facetten der Gewalt

Ah – hier sind sie ja! Fein säuberlich sortiert in “Lustige Comic Gewalt” a la “Bad Taste”,  Gewalt als Kritik an / Diskurs über echte Gewalt wie in “American History X” oder “Der Schmale Grat” oder gar mythisch-philosophische Gewalt wie in “Ran”. Und dann natürlich  selbstzweckhafte Gewalt a la Steven Segal & Co.

Wo gehört der “Watchmen”-Film hin? Schwierig. Dafür müsste man nämlich nicht nur die Frage beantworten, wo die Gewalt hingeht – sondern auch wo sie herkommt.

In meiner Zeitungskritik mache ich es mir relativ leicht, schimpfe auf die offensichtlichen Grobheiten Snyders und die  niedrige Altersfreigabe (Liebe FSK: könntet ihr bitte nachträglich meine “Total Recall”-Uncut Version auf 12 runterstufen? Danke!).

Das greift aber nicht tief genug. Einerseits weil ich merke, dass da Nuancen sind, von denen ich nicht einschätzen kann ob sie Snyder oder dem hochgelobten Originalwerk (dem Comic von Alan Moore)  zu verdanken sind. Andererseits weil eine solch “konservative” gewaltrügende Besprechung  mich  im Nachhinein in gefährliche Nähe all jener stellt, die immer vorschnell auf die Medien schimpfen ohne wirklich Ahnung zu haben. Die Ecke mit jenen die Schuldige suchen, statt Erkenntnis. Dahin will ich nun wirklich nicht! Ich beschliesse also mir den Comic zu kaufen.

Woher?

Als ich im Projekt 7 stehe und mir die unterschiedlichen Ausgaben der Watchmen ansehen stelle ich überrascht fest: Dies ist eine Premiere!  Klar, ich hab Asterix und Kleines Arschloch geschenkt bekommen und begeistert gelesen, aber mir selber einen Comic gekauft hab ich noch nie.

Deswegen sind die Regale auch etwas einschüchternd: Eine ganze Welt, unaufgeschlagen und vielfältig, bunt, schwarz, lustig, düster – - und teuer! Allein für die “Watchmen” kann man bis zu 75 € ausgeben! Da krieg ich ja fast ein dutzend Taschenbücher mit echter Schrift drum! Die 19€-Ausgabe wirkt dagegen wirklich popelig und so gehe ich mit dem Mittelding für 29€ nach Hause und freu mich tierisch auf die Premiere!

Also – was riet der Autor: “Gemütlich am Kamin lesen!”.  Hab ich nicht. Aber ich rechne mir aus, dass mangels heimischer Feuerstelle das Toilettarium der entspannteste Ort für meinen ersten Comic ist. Dann mal los…

Reading the Watchmen

Beim durchblättern mit dem Daumen fällt auf, dass auch im Comic nicht mit Blut gespart wird. Ausserdem sind irgendwelche Erzählpassagen ohne Bilder drinn und hinten Anmerkungen. Ich fang aber mal netterweise vorn an.

Auf den ersten Blick zeigt sich: Die Bilder sind denen des Films sehr ähnlich. Auch die Sätze scheinen die gleichen zu sein. (Wobei mich etwas irritiert dass bei den Dialogen immer irgendwelche Wörter fett gedruckt sind. Das lenkt eher ab. Naja.)

Eine Frage der Souveränität.

Der große Unterschied zeigt sich aber schon im ersten Kapitel: Während man als Filmzuschauer wie ein Opfer des Filmemachers behandelt wird – Zack Snyder ist offensichtlich Kubrick Fan und versucht sehr rabiat auf der Gefühlsklaviatur des Publikums zu spielen – ist man als Comic-Leser viel mehr Teilhaber, ja fast Autor der Geschichte. Durchs Lesetempo kann man den Fluss der Geschichte bestimmen, durch die Verweildauer bestimmte Eindrücke akzentuieren. So langsam beginne ich zu verstehen, warum “Watchmen”-Autor Alan Moore von einem fundamentalen Unterschied zwischen Graphic Novel und Film spricht. Noch mehr als in einem Roman ist der Leser frei selbst zu ordnen und zu werten – und genau das werde ich nun in den nächsten Wochen tun. Vielleicht findet sich dann eine Antwort auf die Fragen “Woher” und “Wohin” oder zumindest auf die “War’s gut?”.

Fortsetzung folgt.

Kino – Kleine Wunder: “Schnee”

Zugegeben -  die erste halbe Stunde oder so hab ich mich in “Schnee” tierisch gelangweilt! In beschaulich- bis phlegmatischem Tempo wird das Leben in einem abgelegenen Bosnischen Dorf erzählt in dem nur noch Frauen leben, die Obst anbauen. Die Männer sind tot wegen Krieg. Nur ein alter Mann und ein Junge mit seltsam wachsenden Haaren sind noch da. Für das Obst, das die Frauen verkaufen wollen interessieren sich nur die Fliegen. Das aufregenste ist, wenn Alma mal wieder zu spät zum Morgengebet kommt.

Die träumt nämlich immer – unter anderem davon, dass das kleine Dorf einmal “halb Bosnien – und irgendwann halb Deutschland ernähren soll.”

Gerade als sie dafür eine Chance entdeckt, kommen serbische Bauunterneher, welche das ganze Dorf kaufen wollen. Und plötzlich müssen sich die Dorfbewohner – und mit ihnen die Zuschauer! -entscheiden: Ist das Dorf ein rückständiges Gefägnis aus dem man nich schnell genug weg kann – oder ist es doch ein Paradies, um das es zu kämpfen lohnt? Plötzlich werden die Langsamkeit und Ereignislosigkeit zu kostbaren Merkmalen eines kleinen Wunders… Lasst das blos in Ruhe!!

Aida Begic nimmt einen mitten hinein in dieses Dorfleben und schafft doch einen Film der weit über die Grenzen des kleinen Ortes hinausgeht. Der von so vielem erzählt – Globalisierung, Unterdrückung, Krieg, Hass, Vergebung – und dafür so wenig Worte braucht. Und spätestens beim brillianten Epilog der in wenigen, schlichten Bildern so viel sagt freut man sich als Zuschauer, dass man geduldig genug war, auf den Schnee zu warten.

WERTUNG: 1

Neues von der grünen Burka

Ein ganzes Winterloch über hatte die grüne Burka die Stadt in Atem gehalten!! Darf so etwas auf einem offiziellen Plakat der Stadt zu sehen sein?

Nun wurde endlich eine Lösung gefunden:

Welcome to Wassertruedingen

Welcome to Wassertruedingen

(c) Toni Burka, 2009

Kino: “Evet, ich will” & “Gitmek”

Merhaba!

Das Filmfestival Türkei-Deutschland ist wieder im Haus und ich konnte vorab zwei Filme aus dem Wettbewerbsprogramm gucken:

“Evet, ich will” ist eine sehr sympathische Hochzeitskomödie. Verwundert? Ja stimmt, normalerweise werden Hochzeitskomödien hier ja abgewatscht. Aber in diesem Film gehts weniger um die Schleiertragerei oder das Gekreische rund um den Altar als vielmehr um das Zusammentreffen der unterschiedlichen türkischen, kurdischen und deutschen Familien. Mindestens 5 Geschichten sind hier elegant verwoben. Ein sehr netter Erstlingsfilm, der viele Klischees auf die Schippe nimmt.

WERTUNG: 2

Auch “Gitmek – my marlon and brando” ist durchaus sehenswert.  Semi-Dokumentarisch erzählt der Film die Odyssee der Schauspielerin Ayca, die von Istanbul aus über den Iran nach Kurdistan reist um ihren Geliebten wiederzutreffen. Schöne Landschaftsaufnahmen, ruhige Montage und viele Details aus dem Leben in Istanbul und den Grenzgebieten machen den Film sehr interessant, auch wenn mich das dramatisch-tragische Ende dann etwas als übertrieben überrascht hat – kann aber sein, dass es schlicht echt ist, denn schließlich spielt Ayca Damagci hier ihre eigene, wahre Geschichte nach.

WERTUNG: 2

Kino: Was soll man da sagen – “Der Ja-Sager”

Schluss mit ernst: Nach einigen ausflügen ins Ernste und Kultige macht Jim Carrey mal wieder ordentlich Klamauk, in einem ganz auf ihn zugeschnittenen Film, der irgendwie so durchschnittlich ist, dass mir nicht viel dazu einfällt. Das coolste ist die seltsame Rolerblade-Abfahrt im Abspann.

Ausführliche Zeitungskritik folgt

WERTUNG: 3

Kino: Frost/Nixon/Ich

Mal ehrlich: In diese Polit-Filme wie “Frost/Nixon” geht man doch nur um anzugeben, was man für ein stinkgescheiter Mensch ist. Ausser mir natürlich! Ich mein ich weis ja wer Nixon ist (Antony Hopkins) und dass Watergate von Dustin Hofmann und Robert Redford aufgedeckt wurde. Wer aber zum Teufel ist Frost/ ?

Frost/David ist ein Talkshowmoderator, dessen Quoten sich gerade auf dem absteigenden Ast befinden, als er auf die Idee kommt, den Ex-Präsidenten der USA (Nixon/Richard) zu einem Marathon-Interview zu fordern. Und plötzlich findet er sich als Galleonsfigur linker Intellektueller wieder, die das Interview dazu nutzen wollen Nixon endlich zu einem Schuldgeständnis zu bringen. Dick/Tricky hat aber Pläne/eigene.

O.k., schluss mit dem Schrägstrich/Gschmarri: Frost-Nixon ist ein durchweg gediegenes Stück Schauspielerkino, das auch amüsiert und unterhält, wenn man sich nicht besonders mit der politischen Geschichte auskennt. Besonders gefreut hat es uns, dass man einmal nicht der Versuchung erlegen ist, die Hauptrollen mit Hollywood-Stars (sagen wir mal: Tom Cruise als Frost und – natürlich – Antony Hopkins als Nixon) zu besetzen, sondern die Theaterspieler zu engagieren, die merklich mit ihren Rollen verwachsen sind und sich ein entsprechend fulminates Duell liefern.

Dass dieses schließlich in Anruf um Mitternacht gipfelt wirkt etwas konstruiert, auch das Fazit “Eine Großaufnahme sagt mehr als 1000 Worte” hätte ich jetzt nicht aus dem vorher gesehen gezogen -aber wie gesagt, ich kenn mich ja mit sowas nicht aus ;-) . Aber als Oscar-Kandidat sind mir diese beiden Herren wesentlich lieber als der lahme Button/Benjamin. Ups. Da sind die Strichle wieder! Schnell/Schluss!

WERTUNG/2

Es gibt sie wirklich!!

Wie lange habe ich darauf gewartet?
Habe ich es noch für möglich gehalten?
Hätte ich noch zu Lebzeiten damit gerechnet?

Egal! Es ist wahr – hier ist sie – die einzig wahre -

Neue Gymmick - CD

neue Gymmick - CD

17 neue Tracks und aufgemöbelte alte Gassenhauer vom einzig wahren Gymmick Solo und mit Band. Einen ersten Reinschmecker + Interview gibts vom 16. bis 21. Februar im Funkenflug. Die Release-Party folgt am 27. Februar im Hirsch.

Hier gibt’s erst mal  die Tracklist, damit Euch das Wasser im Munde zusammenläuft, hehe – eine ausführliche Rezension folgt. (P.S.: Track 14 freut mich als alten Funkenflieger natürlich besonders…)

Gymmick mit Uns

1. Ich brauch die neue Gymmick-CD
2. Lucky Generation
3 In den Hütten
4. Wen Du schön wohnst
5. Heppo Hepp
6. Was ist aus dem Vipbereich geworden
7. Warum zieht’s mich nur so runter
8. Böse Möbelstücke
9. So neu
10. Schwul Dich an
11. Mein König
12. Why da sun

BONUS TRACKS
13. Pop Song
14. Interview mit Roman Herzog
15. Gelber Sack
16. Ich mach Dir die Frisur kaputt
17. Jenseits von Eden

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